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Windkraft und Solarenergie in Mössingen nutzen – aber wo?

In der intensivsten Diskussion einer vergleichsweise kurzen Sitzung des Mössinger Gemeinderats ging es um Ausbauflächen für Windräder und Solarpaneele. Über das ausgewiesene Gebiet für die Gewinnung von Windkraft herrschte im Gremium Einigkeit: Das passt so. Gegen Areale, die für Photovoltaik-Anlagen bereit gestellt werden sollen, erhoben die Ortschaftsräte von Talheim und Öschingen Widerspruch.

Der Regionalverband wies rund 47 Hektar Fläche auf Mössinger Markung als geeignet für Ausbauflächen aus.
Der Regionalverband wies rund 47 Hektar Fläche auf Mössinger Markung als geeignet für Ausbauflächen aus. Foto: Jens Büttner/dpa
Der Regionalverband wies rund 47 Hektar Fläche auf Mössinger Markung als geeignet für Ausbauflächen aus.
Foto: Jens Büttner/dpa

MÖSSINGEN. Windenergie gewinnt die Stadt Mössingen künftig wohl über Anlagen, die auf Öschinger Gemarkung stehen: 41 Hektar Fläche des Mössinger Teilorts sind Teil einer vom Regionalverband ausgewiesenen, 292 Hektar großen Vorrangfläche für Windkraft. Diese erstreckt sich außerdem auf die Gemarkungen von Nehren, Gomaringen und Reutlingen-Bronnweiler. Die Städte und Gemeinden sprachen sich bereits dafür aus, gemeinsame Sache zu machen.

Der Öschinger Ortschaftsrat stimmte bereits Ende Februar für Windräder am Firstberg. Der Mössinger Gemeinderat gab einstimmig grünes Licht für das Vorhaben. Ehe die vier beteiligten Kommunen in die Planung gehen können sollen Investoren an Land gezogen werden.

Widerstand gegen Ausbauflächen in Talheim und Öschingen

Der Regionalverband wies außerdem rund 47 Hektar Fläche auf Mössinger Markung als geeignet für Ausbauflächen aus, auf denen Photovoltaik-Anlagen aufgestellt werden könnten. Ortsvorsteher Elmar Scherer (FWV) sprach sich gegen die vorgesehene zehn Hektar umfassende Fläche in Talheim aus: Er können nicht befürworten, dass dafür fünf landwirtschaftlichen Betrieben je zwei Hektar weggenommen würde.

In dieselbe Kerbe stieß der Öschinger Ortsvorsteher Wolfgang Eißler, ebenfalls von der FWV. Öschingen habe zudem das Problem, dass der Flächenplan des Regionalverbands gerade dort Flächen für Photovoltaik ausweisen möchte, wo der Ort künftig eventuell Baugebiete ausweisen könnte, von Mössingen kommend südlich der Landesstraße 385. »Dann sind wir eingeschlossen und auf den Status Quo festgelegt.«

Zustimmung für beiden Flächen bei Bad Sebastiansweiler

Außer in Richtung Mössingen sei Öschingen von Landschaftsschutzgebieten umgeben, sagte Eißler. Dessen Fraktionskollege Steffen Eissler führte dies auch für das gedachte Areal in Talheim ins Feld. Er brachte erneut einen alternativen Standort in Richtung Albhochfläche ins Spiel, obgleich sich dieser in einem Landschaftsschutzgebiet befindet und damit eigentlich bereits verworfen wurde.

Als um zwei Ausbauflächen bei Bad Sebastiansweiler diskutiert wurde hatte Armin Dieter (FWV) Einwände gegen eine der beiden, die, südwestlich der Klinik entlang der Bundesstraße 27 angedacht ist. Auch für den kleinsten Ortsteil gebe es Ausbaupläne. Andreas Gammel sprach sich für diesen Standort aus: Wenn alle die Energiewende wollten »müssen wir etwas dafür tun!«

Dieser Standort wurde bei zwei Gegenstimmen angenommen. Bei der Abstimmung zur anderen Fläche bei Bad Sebastiansweiler votierte das Gremium einstimmig dafür. Dagegen lehnte der Gemeinderat die beiden vorgeschlagenen Flächen in Talheim und Öschingen ab. (GEA)