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Viele Platanen auf der Tübinger Platanen-Allee von Pilz befallen

Bei einem Blick in die Baumkronen sind braune Blätter und herabhängende Triebe zu erkennen. Die Platanen in Tübingen und vielerorts nördlich der Alpen sind krank - aber es gibt Hoffnung.

Tübinger Platanen von Pilz befallen
Platanen stehen in einer Allee auf der Neckarinsel in Tübingen. Foto: Bernd Weißbrod/dpa/Archivbild
Platanen stehen in einer Allee auf der Neckarinsel in Tübingen. Foto: Bernd Weißbrod/dpa/Archivbild

TÜBINGEN/BERLIN. Nanu, ist denn schon wieder Herbst? Welke Blätter hängen an den Zweigen der Platanen auf der Tübinger Neckarinsel. Auslöser ist nach Angaben von Stefan Ruge, Professor für Botanik und Waldbau-Grundlagen an der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg, ein Pilz. Dieser befällt viele der nördlich der Alpen lebenden Hybrid-Platanen - also Kreuzungen verschiedener Platanen - bei kühler und feuchter Witterung.

Die Erkrankung macht sich durch braune und fleckige Blätter bemerkbar. Der Stiel stirbt ab und das Blatt fällt herunter. Die Berliner Platanen lassen wegen der Pilzkrankheit bereits Blätter fallen. Bei der sogenannten Blattbräune, auch Zweigkrebs oder Platanenkrebs genannt, handelt es sich um eine Krankheit, die durch den Pilz Apiognomonia veneta hervorgerufen wird.

Doch Ruge gibt auch Entwarnung: »Das Positive ist, dass es die Bäume nicht umbringt. Es befällt die ersten Blätter. Mit Hilfe der Blätter, die später austreiben, überleben die Bäume.« Die Ahornblättrige Platane, wie sie unter anderem auf der Tübinger Neckarinsel steht, sei keine heimische Baumart. Das Hybrid sei eine Kreuzung aus der Morgenländischen Platane und der Amerikanischen Platane. Es ist laut Ruge um 1650 entstanden. »Der Pilz bringt die Bäume nicht um, er schwächt sie.«

In Berlin hieß es, der Pilz sei an allen Platanen zu finden. »Es gibt eigentlich keine Bäume mehr, die in Berlin derzeit nicht befallen sind«, sagte Umweltexperte Derk Ehlert von der Senatsverwaltung. Nach Angaben des Experten ist es unmöglich, die Verbreitung des Pilzes zu verhindern. Das liege daran, dass der Wind die Pilzsporen weitflächig verteilt. Für andere Pflanzen sowie Tiere und Menschen sei der Pilz ungefährlich. Zuletzt waren den Angaben zufolge vor sieben Jahren Platanen in Berlin von der Krankheit befallen. (dpa)