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Tübinger Landrat Walter: Deutschlandticket wackelt

Deutschlandticket
Seit dem 1. Mai kann man das Deutschlandticket für den ÖPNV nutzen. Nun gibt es eine Sonderkonferenz, wo über die Zukunft des Tickets gesprochen werden soll. Foto: Boris Roessler/DPA
Seit dem 1. Mai kann man das Deutschlandticket für den ÖPNV nutzen. Nun gibt es eine Sonderkonferenz, wo über die Zukunft des Tickets gesprochen werden soll.
Foto: Boris Roessler/DPA

STUTTGART. Der Landkreistag Baden-Württemberg fordert vom Bund bei der künftigen Finanzierung des Deutschlandtickets Verbindlichkeit. »Ohne Zusage des Bundes, die Hälfte der Mehrkosten des Deutschlandtickets zu übernehmen, wackelt das Deutschlandticket gewaltig«, sagte der Präsident und Landrat Joachim Walter (Tübingen) laut Mitteilung am Donnerstag. Zuvor hatte bereits der Deutsche Städtetag gewarnt, dass das Deutschlandticket bei fehlender Beteiligung durch den Bund vor dem Aus stehe.

Eine Verlagerung der finanziellen Risiken auf die kommunale Ebene werde der Landkreistag nicht hinnehmen. »Es verwundert schon sehr, dass gerade der Bund als Initiator des Tickets jetzt nicht zu seiner Finanzverantwortung steht«, sagte Walter.

Nach neuen Hochrechnungen des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) werden für 2024 bundesweit rund 4,1 Milliarden Euro statt der bisher veranschlagten drei Milliarden Euro benötigt, um die Tarifabsenkung für die Verkehrsunternehmen auszugleichen. Der Bund hat jedoch seine Kostenbeteiligung bisher bei 1,5 Milliarden Euro gedeckelt.

Der Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Stuttgart (VVS), Thomas Hachenberger, hatte darauf aufmerksam gemacht, dass die Zeit drängt. »Wir sind absolut an der Deadline«, sagte er den »Stuttgarter Nachrichten« und der »Stuttgarter Zeitung«. Die nächste Konferenz der Landesverkehrsminister findet am kommenden Mittwoch statt. (dpa)