Logo
Aktuell Asyl

Nach Mahnwache: Verwaltungsgericht soll Abschiebung prüfen

Über eine Klage der AfD-Gemeinderatfraktion gegen die Stadt Reutlingen ist noch nicht entschieden. Eine einstweilige Verfügung
Das Verwaltungsgericht Sigamringen soll nun prüfen, ob die Abschiebung des in Tübingen lebenden Pakistani rechtmäßig war. Foto: dpa
Das Verwaltungsgericht Sigamringen soll nun prüfen, ob die Abschiebung des in Tübingen lebenden Pakistani rechtmäßig war.
Foto: dpa

TÜBINGEN. Am Samstagabend hatten rund 500 Menschen auf dem Tübinger Holzmarkt gegen die Abschiebung von Bilal Waquas protestiert (wir berichteten). Der Mann aus Pakistan war am Abend des 6. Januar in seiner Tübinger Wohnung abgeholt und dann nach Frankfurt gebracht worden. Nun will der Anwalt des Abgeschobenen eine Eilentscheidung des Verwaltungsgerichtes erwirken. Dies bestätigte die Ehefrau von Waquas dem GEA auf Nachfrage. Es soll geprüft werden, ob die Abschiebung rechtmäßig war. Beim Verwaltungsgericht lagen am Montagnachmittag noch keine Unterlagen zum besagten Fall vor. 

Bilal Waquas war im Dezember 2013 nach Deutschland gekommen und hatte im Januar 2014 einen Asylantrag gestellt. Dieser war dann im Dezember 2017 abgelehnt worden. Im Juni 2018 heiratete Waquas dann seine deutsche Freundin, eine Mitarbeiterin am LTT. Am Montagabend vor einer Woche standen dann plötzlich Polizeibeamte vor seiner Türe, berichtet Waquas' Frau. Eine sogenannte Abschiebedrohung im Voraus hatte er erhalten. Seine Frau war zu diesem Zeitpunkt nicht in Tübingen - ihr Mann konnte sie also nur telefonisch darüber informieren, dass er nun nach Frankfurt gebracht wird. Es war ihr nicht mehr möglich, ihn vor seinem Flug nochmal zu sehen, berichtet sie - obwohl sie gleich nach Frankfurt gefahren sei. 

Waquas, der Diabetiker ist, konnte sich mittlerweile in Pakistan Insulin besorgen, erzählt seine Frau weiter. Auch Kontakt via WhatsApp bestehe nun wieder. Die Frau ist »sehr dankbar« über die große Anteilnahme am Schicksal ihres Mannes, sagt sie. Viele LTT-Mitarbeiter und andere, in der Asylhilfe engagierte Menschen, hatten am Samstag gemeinsam demonstriert. Ihr Mann habe immer gearbeitet, sagt sie weiter: Mal als Pizzabäcker, dann als Elektriker, zuletzt bei einem Dönerladen in Dusslingen. Er lebe nun aktuell seiner Heimatprovinz in Pakistan, nahe der indischen Grenze. Dort habe er Geschwister. (GEA)