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Aktuell Verkehr

In Ofterdingen stehen jetzt Plakate für den Ausbau der B27

Gegner und Befürworter der Ofterdinger Ortsumfahrung machen plakativen Druck. Plakate stehen bis Albstadt.

Mit einer Plakataktion entlang der B 27 appelliert die Bürgerinitiative Denkfabrik Zollernalb für den zügigen Ausbau der Verkehrsader. Foto: Jürgen Meyer
Mit einer Plakataktion entlang der B 27 appelliert die Bürgerinitiative Denkfabrik Zollernalb für den zügigen Ausbau der Verkehrsader.
Foto: Jürgen Meyer

OFTERDINGEN. Zwischen die Werbeposter der wahlkämpfenden Parteien, die am Straßenrand um Wählerstimmen für den künftigen baden-württembergischen Landtag buhlen, hat sich jetzt überraschend eine andere Initiative plakativ hineingeschoben. Seit dem vergangenen Wochenende stehen an neuralgischen Punkten der Bundesstraße 27 großformatige Plakate mit der leuchtend-gelben Aufschrift: »Wann kommt Mami – wann kommt Papi heim? Ausbau B 27 jetzt!«

 Zu sehen sind die Fotografie eines zweispurigen Straßenverkehrsstaus und darin hineinmontiert ein am Fenster sitzendendes, traurig dreiblickendes Kind. Initiiert hat die Aufsehen erregende Aktion die »Denkfabrik Zollernalb«. Die Bürgerinitiative aus Balingen und Albstadt hat sich 2016 mit dem Ziel gegründet, die Infrastruktur für den Zollernalbkreis zu verbessern. Ihre Motivation: »Albstadt droht durch den schleppenden Ausbau der B 27 und der fehlenden Elektrifizierung der Zollernbahn sowie einer mangelhaften Breitbandversorgung von den Metropolregionen abgehängt zu werden.«

Insbesondere die jüngsten Aktionen der B 27-Ausbau-Gegner, die anstelle der projektierten Endelbergtrasse – der Südumfahrung Ofterdingens – für eine Tunnellösung plädieren, ärgert die Zollernälbler.

BI-Sprecher Albert Sauter sagt: »Die B 27 muss jetzt vierspurig ausgebaut werden. Eine Verzögerung bedeutet einen immensen wirtschaftlichen Schaden für die Region. Knapp 30 000 Unternehmen mit über 200 000 Beschäftigten nutzen die B 27 täglich.«

Der vom »Bündnis nachhaltige Mobilität Steinlachtal« kritisierte Grünflächenverbrauch von 26 Hektar will Sauter so nicht gelten lassen. »Jede Flächenversieglung im Zuge von Baumaßnahmen wird durch neue Grünflächen kompensiert. Hier geht es doch jetzt um die Menschen, die täglich auf dieser Strecke auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause im Dauerstau stecken.«

Zwei Dutzend Plakate hat die Denkfabrik zwischen Ofterdingen und Albstadt positioniert. Die Aktion zahlen die Mitglieder. Zehn Tage lang, bis kurz vor der Landtagswahl will die Denkfabrik Denkanstöße geben.

Die Bündnismitglieder ihrerseits haben auf Nehrener Markung zwei großflächige Banner aufgespannt, mit denen sie eine Untertunnelung Ofterdingens als Alternative fordern: »Tunnelplan statt Asphaltwahn«. (GEA)