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Das neue Gomaringer Jugendhaus wird gut angenommen

Gomaringer Jugendliche haben wegen Problemen mit Eltern und Gleichaltrigen und des Übergangs von der Schule zum Beruf Beratungsbedarf. Für die Umsetzung des Ganztagsförderungsgesetzes fehlt es allerdings an Geld und Personal.

Einstimmig beschloss der Gomaringer Gemeinderat gestern im Sitzungssaal des Rathauses den Etat. Nur beim Stellenplan gab es eine
Das Gomaringer Rathaus. Foto: Markus Niethammer
Das Gomaringer Rathaus.
Foto: Markus Niethammer

GOMARINGEN. »Das neue Gomaringer Jugendzentrum wird gut angenommen. Gelobt wird besonders die moderne Skate-Anlage«, berichteten Jugendhausleiterin Sarah Carbon (seit 1. März im Amt) und Kwabena Amfo (Jugendbüro Steinlach-Wiesaz) in ihrem Jahresrückblick von 2023 dem Gemeinderat.

Die Arbeit des Jugendhauses ist in drei Arbeitsbereiche gegliedert: offener Treff mit Beratung, Kooperationsprojekte mit anderen Institutionen und Gestaltung eines Ferienprogramms für Kinder und Jugendliche. Durch personelle Aufstockung konnte die Öffnungszeit seit März auf vier Tage pro Woche erweitert werden.

Bei den Beratungsgesprächen sind die meistgenannten Probleme: der Übergang von Schule in den Beruf, Probleme mit den Eltern, Geschwistern oder Freunden, schulische Probleme (darunter auch Mobbing) und Defizite in der Sportlichkeit. Laut Amfo wird unter den Jugendlichen auch viel über Fußball und internationale Politik im offenen Treff gesprochen. Sehr gut angenommen wurde der Graffiti-Workshop zur Einweihung der neuen Räumlichkeiten. Auch der Skatepark sei immer gut besucht. Petra Rupp-Wiese (Grüne) erkundigte sich, ob auch Jugendliche von auswärts kämen. Laut Amfo sind regelmäßig Skater aus Reutlingen, Tübingen, Dusslingen, Nehren und sogar Rottenburg auf der Anlage. Um mehr ältere Mädchen für das Jugendhaus zu begeistern, ist ein Hip-Hop-Tanzkurs geplant. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund liegt momentan bei 60 Prozent.

Es fehlt an Geld und Personal

Für einige Diskussionen sorgte das Thema »Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung in der Grundschule ab 2026/2027«. Das Ganztagsförderungsgesetz (GaFöG) sieht vor, den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung von Grundschülern schrittweise einzuführen. Der Rektor der Schlossschule Gomaringen, Magnus Klinzing, stellte klar: »Es fehlt aber an Geld und an qualifiziertem Personal«. Auf die Fragen aus dem Gremium nach Fördermöglichkeiten, Betreuungsprognose, Hort-Angebot, Zukunft des Fördervereins aus Reihen der SPD und den Grünen konnte Bürgermeister Steffen Heß noch nicht mit Zahlen antworten. »Es gibt verschiedene Fördertöpfe, wir rechnen mit unseren Erfahrungswerten und sind im Austausch mit dem Förderverein.« Der Zeitrahmen für Förderanträge sei aber, wie im Falle der Hublandschule, teilweise zu knapp: »Da müsste man schon fertige Unterlagen in der Schublade haben«, so Heß.

Außerdem habe man festgestellt, dass die Mittel in Baden-Württemberg »vorne und hinten« nicht reichen. Ebenso bereitet der Fachkräftemangel der Gemeinde Kopfzerbrechen. In den kommenden Monaten wird eine Prognose zur Entwicklung der Betreuungszahlen für die Grundschulen erarbeitet, in Zusammenarbeit mit der Schulleitung und Förderverein Schlossschule. Martin Schindler vom Fachbereich Bildung, Erziehung, Kultur und Sport sieht hier große Herausforderungen auf Gomaringen zukommen. »Geben Sie uns ein wenig Zeit«, so die Bitte von Heß an die Gemeinderäte. (GEA)