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Aktuell Schule

Trotz Schule Zeit für Hobbys?

REUTLINGEN. Jeder Schüler kennt das Problem – die Schule und die Hausaufgaben füllen eigentlich den Tag schon aus. Egal in welcher Klassenstufe: Für die Schüler ergibt sich immer die Frage, woher man die Zeit für Hobbys und Freunde nehmen soll.

Wie sehen dies eigentlich die Schüler selbst? Haben sie trotz häufiger Mittagsschule und Hausaufgaben noch genügend Zeit für Hobbys und Freunde? Wir sind dem Thema nachgegangen und haben eine Umfrage dazu gemacht. In diese Umfrage haben wir jede Klassenstufe des HAP-Grieshaber-Gymnasiums eingebunden und dabei jeweils eine Klasse befragt. Unser Hauptziel bei der Befragung war es, herauszufinden, ob und wie die Schule die Schüler in Bezug auf Hobbys und Freunde einschränkt.

Was ergab die Umfrage? Bei der Auswertung der Schülerbefragung ist aufgefallen, dass es kaum einen Unterschied zwischen den Klassenstufen gibt, das heißt, die Schule wirkt sich nahezu bei allen gleich einschränkend auf die Hobbys aus. Im Durchschnitt hat jeder Schüler zwei bis drei Hobbys, im Normalfall haben sie zwei- bis dreimal in der Woche Zeit, ihre Hobbys auszuüben.

»Jungs haben mehr Zeit für Freunde als Mädchen«

Die meisten Jungen spielen Ballsportarten, wie Fußball und Tennis, bei den Mädchen wiederum sind die am häufigsten verbreiteten Hobbys Reiten, Tanzen und Turnen. Auf die Frage, ob die Schule sie hierbei einschränkt, war das Ergebnis ziemlich ausgeglichen.

Die Mädchen und Jungen, die viel Sport treiben, gaben an, dass die Schule sie einschränkt. Hier ist es meist die lange Mittagsschule, da während dieser Zeit oft Sportangebote sind. Schüler, deren Hobbys nicht an gewisse Zeiten gebunden sind, haben kein Problem mit der Mittagsschule.

Beim Thema »Treffen mit Freunden« konnte ein deutlicher Unterschied zwischen Jungen und Mädchen festgestellt werden. Die Umfrage ergab nämlich, dass Jungs mehr Zeit für Freunde haben als Mädchen. Viele Mädchen können nur noch etwas mit Freunden an den Wochenenden machen. Sowohl Jungs wie auch Mädchen gaben jedoch an, dass sie in Zeiten, in denen viele Arbeiten geschrieben werden, häufig keine Zeit mehr haben, Freunde zu treffen.

Wir haben uns gefragt, wie es denn Leistungssportler schaffen, trotz guter Leistungen in der Schule oder im Studium, eine beeindruckende Sportkarriere hinzulegen. Dazu haben wir den Hochleistungssportler Gregor Traber interviewt. Er ist unter anderem Deutscher Meister und Olympiateilnehmer im 110-Meter-Hürdenlauf. Ab 2017 tritt er wieder für die LAV Stadtwerke Tübingen an.

»Aktuell trainiere ich sechs Tage die Woche«
GEA: Schränkt Sie das Studium bei Ihrem Training ein?

Gregor Traber:

Die Zweigleisigkeit von Studium und Training erfordert ein gewisses Maß an zeitlicher Koordination. Es ist nicht immer leicht, alles unter einen Hut zu bekommen. Aktuell studiere ich mit mehr Zeitaufwand als im Sommer während der Wettkämpfe.



Läuft bei Ihrem Training während des Studiums etwas anders?

Traber: Bei meinem Training versuche ich, so wenige Kompromisse wie möglich zu machen, um das Maximale rausholen zu können.



Wie oft trainieren Sie im Moment?

Traber: Aktuell trainiere ich sechs Tage die Woche. Sonntag ist frei. Im Normalfall trainiere ich einmal pro Tag und lege zwei Einheiten zu einer langen zusammen.



Wie haben Sie während Ihrer Schulzeit trainiert?

Traber: Während der Schulzeit habe ich ähnlich trainiert vom Umfang und Anzahl wie jetzt auch. Nur die Inhalte haben sich verändert, ich bin erfahrener geworden und weiß jetzt besser, was für mich wichtig ist und funktioniert.



Wir nehmen aus dem Interview mit, dass es möglich ist, Schule/Studium und Leistungssport zu vereinbaren, aber nur, wenn man die zur Verfügung stehende Zeit optimal nutzt und plant. (ZmS) Ann-Kathrin Hailer und Philipp Haug, HAP-Grieshaber- Gymnasium Reutlingen, Klasse 9a