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Schüler mögen Sport

REUTLINGEN. Eine Umfrage, an der sich 500 Schüler des Albert-Einstein-Gymnasiums beteiligten, ergab, dass 90 Prozent der Jungen und immerhin 82 Prozent der Mädchen den Sportunterricht zu ihrem Lieblingsfach wählten. Das beweist, was für eine wichtige Rolle der Sportunterricht für die Schüler spielt. Als Ergänzung zu den Hauptfächern dürfte er für sie wohl unentbehrlich sein.

Doch der Stellenwert von Sport soll sich ändern. In Hamburg wird das Fach seit dem 1. August dieses Jahres mit dem Zeitfaktor 1,25 bewertet; in Baden-Württemberg könnte es bald genauso sein. Verglichen mit den anderen Fächern (Deutsch 1,6; Mathe 1,7) liegt der Sportunterricht dort mit Abstand auf dem letzten Platz.

Schüler der Klasse 10c des Albert-Einstein-Gymnasiums Reutlingen interviewten jetzt ihren Sportlehrer, Referendar Max Rittchen, wer von den Lehrern am meisten arbeitet und ob es fair wäre, den Sportunterricht so niedrig zu bewerten. »Ich glaube, dass jeder gute Lehrer seine Aufgabe darin sieht, seinen Schülern in den 45 Minuten so viel wie möglich mit auf den Weg zu geben, und das erfordert eine gute Vorbereitung auf den Unterricht - egal in welchen Fach«, so Rittchen. Deswegen sollten die Bewertungen aller Fächer nicht weit auseinander liegen.

Der Sportlehrer muss sich besonders exakt auf den Unterricht vorbereiten, da die Schüler mit erhöhtem Engagement in den Sportunterricht gehen und deswegen eine genaue Planung notwendig ist, damit es nicht zu einem Durcheinander kommt. Auch während der Stunde muss der Sportlehrer konzentriert zu Werke gehen, denn er ist dafür verantwortlich, dass sich keiner der Schüler verletzt.

Der Lärmpegel macht es dem Lehrer doppelt schwer, seinen Unterricht konsequent durchzuziehen. Die Schulwettkämpfe, die von den Sportlehrern ebenfalls organisiert werden müssen, bescheren ihnen ein weiteres Stück Arbeit, erklärt der künftige Sportlehrer.

Aber auch Schüler befürchten Probleme durch die drohende Unterbewertung der Sportlehrer: Es könnte sein, dass Sportlehrer mit geringerem Einsatz in den Unterricht gehen werden und anstreben könnten, die Akzente auf ihr zweites Unterrichtsfach zu verlagern, so ihre Sorge.

Von den 500 Schülern sind 90 Prozent davon überzeugt, dass Sportlehrer ebenso viel arbeiten, wie die Lehrer, die in den Hauptfächern unterrichten. Auch unter den 50 Lehrern, die befragt wurden, vertrat die Mehrheit (37) der Befragten diese Meinung. (ZmS) Arkadij Sachnowitsch und Leonid Leis, Albert-Einstein-Gymnasium Reutlingen, Klasse 10c