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Aktuell Prävention

Keine Chance dem Terror

Podiumsdiskussion mit dem LKA-Mann: Die Schüler stellten dem Terrorismus-Experten viele gute, ernste Fragen. FOTO: FINK
Podiumsdiskussion mit dem LKA-Mann: Die Schüler stellten dem Terrorismus-Experten viele gute, ernste Fragen. FOTO: FINK
Podiumsdiskussion mit dem LKA-Mann: Die Schüler stellten dem Terrorismus-Experten viele gute, ernste Fragen. FOTO: FINK

GOMARINGEN. Die Anschlagsserie in Paris hat den Menschen vor Augen geführt, dass keiner vor Terroranschlägen sicher sein kann – weder in Europa noch weltweit. In letzter Zeit wurden einige vielbesuchte Veranstaltungen aufgrund der Terrorgefahr verschoben oder gar abgesagt. Was bewegt Menschen dazu, sich fanatischen Gruppierungen zuzuwenden und was Terroristen, solche Taten zu begehen? Gibt es bei Menschen in unserem Umfeld auffällige Verhaltensweisen und Indizien dafür, wenn sie anfangen, sich dem Islamischen Staat anzunähern? Wenn sie vielleicht sogar planen, nach Syrien oder in den Irak zu reisen, um den IS zu unterstützen?

Nicht einschüchtern lassen

Da sich neben vielen Erwachsenen auch Schülerinnen und Schüler viel mit solchen Fragen auseinandersetzen, hat uns das Team von »Zeitung macht Schule« einen Interviewtermin mit Alexander Stalder ermöglicht, dem Leiter der Inspektion für Terrorismusbekämpfung beim Landeskriminalamt (LKA). Obwohl wir eigentlich schulfrei gehabt hätten, haben wir diesen interessanten Termin wahrgenommen. Denn wann bekommt man schon einmal die Chance, einen solchen Gesprächspartner vor sich zu haben und ihn zu Dingen zu befragen, die aktueller nicht sein könnten?

Alexander Stalder erklärte sich bereit, sich von uns mit Fragen löchern zu lassen. Die Terroristen würden die Aussage des Korans wortwörtlich nehmen und vollbrächten deshalb schreckliche Taten, wie das Beispiel in Paris vom 13. November zeigt, erläuterte uns der Kriminaloberrat, in dessen Abteilung rund 70 Ermittler und Analysten arbeiten. Doch, wie Stalder bestätigte, sollten sich die Menschen von den Taten nicht dahingehend beeinflussen lassen, dass sie sich ihre Freiheit nehmen lassen. Sie sollten viel lieber Zeichen setzen und dagegen ankämpfen.

Der IS wolle aus anderen Ländern Gottesstaaten machen und die Bräuche des Islam mit Gewalt durchsetzen. Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 15 und 26 Jahren seien besonders gefährdet, dem IS zu verfallen. Mitunter das größte Problem stelle das Internet dar: Viele Jugendliche ließen sich von sozialen Netzwerken beeinflussen, in denen sich beispielsweise bedenkliche Videos oder Ähnliches finden lassen.

Doch wann merkt man eigentlich, wenn sich Personen verdächtig verhalten? Viele sehen es als Abenteuer an, nach Syrien zu reisen. Sie seien sich nicht bewusst, in welche lebensbedrohliche Situation sie sich begeben, obwohl in Syrien der blanke Krieg herrscht. Viele derjenigen, die sich in dieses Kriegsgebiet gewagt haben, kommen nicht mehr zurück. Um dem entgegenzuwirken, sollten wir alle aufmerksam sein, um auffällige Veränderungen an Menschen rechtzeitig zu erkennen.

Anzeichen für Radikalisierung

Stalder erklärte, wie man einen solchen, eben beschriebenen Wandel frühzeitig erkennt. Bei Menschen, die sich zum IS bekennen, seien es meist die äußeren Veränderungen, die sich zuerst bemerkbar machen. Bei Mädchen seien zum Beispiel Kopftücher, Vollverschleierungen oder die Verweigerung des Schwimmunterrichtes gemeint. Bei Männern beispielsweise der Wuchs eines Vollbartes mit rasierter Oberlippe. Oftmals wüssten Jugendliche nicht, was richtig und falsch, oder anders: wichtig im Leben ist. Daher sei es umso wichtiger, den Umgang eines jungen Erwachsenen im Auge zu behalten und Dinge zu hinterfragen.

Müssen sich die Menschen Sorgen machen, dass es in unserer Region zu Anschlägen kommen kann? Diese Frage verneinte Stalder. Derzeit gebe es keine konkreten Hinweise. Jeder solle weiterhin auf den Weihnachtsmarkt gehen und seine Waffel mit einem heißen Punsch oder Glühwein genießen können. (ZmS)

Antonia Brecht, Dominik Fischinger, Finja Eiber, Jannic Munz, Mahyar Sammak und Jessica Alber, Albert-Einstein-Gymnasium Reutlingen, Klasse 9b