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Aktuell Soziales

Hier ist jeder willkommen

METZINGEN. Egal ob Jung oder Alt, egal, ob man aus Metzingen stammt oder ein Asylbewerber ist: Im Café International in der Heinemannstraße 5 ist für alle Platz. Den Asylbewerbern werden Fragen beantwortet – etwa, wo ein Arzt ist oder wo sie wichtige Papiere erhalten. Mit den kleineren Gästen wird gespielt und gelacht.

Integration ist viel mehr als Deutsch zu büffeln. Im Café International wird auch viel gespielt. FOTOS: ZMS

Angefangen hat alles damit, dass in den 1990er-Jahren die ersten Flüchtlinge nach Metzingen kamen. Christine Enchelmayer-Issa gründete das Café für Flüchtlinge, die Hilfe brauchen. Es ging darum, die Kultur und die Menschen kennenzulernen sowie Bekanntschaften zu schließen. Damals war das Café noch im »Lädle«. Früher war es nur ein Mal im Monat geöffnet, danach alle drei Wochen, dann jede zweite Woche. Jetzt läuft das Café jeden Freitag um 18 Uhr in der Baptistischen Gemeinde. Dort kann man Brezeln und Brötchen essen und Tee oder Kaffee trinken. Das Essen wird von den Bäckereien Fritz und Winter gespendet.

Immer mehr wollen helfen

Immer mehr Bürger wollen ehrenamtlich mithelfen, indem sie ins Café kommen und mit den Flüchtlingen reden und spielen. Es gibt Wartelisten von 60 bis 70 Leuten, die helfen wollen. Am Anfang waren es 19 Flüchtlinge und 100 ehrenamtliche Mitarbeiter. David Roth ist der einzige »Festangestellte«. Der Koordinator ist für das Meiste zuständig. Aber auch er verdient kein Geld.

Der Arbeitskreis Asyl trägt dazu bei, die Lebensbedingungen der Flüchtlinge zu verbessern. Die Organisatoren suchen beispielsweise gebrauchte Fahrräder, die sie den Flüchtlingen spenden können, damit sie von A nach B kommen. Die Flüchtlinge helfen auch, die kaputten Fahrräder zu reparieren.

Im Café International wird nicht nur den Flüchtlingen geholfen, sondern auch Menschen, die in Metzingen wohnen und Hartz IV empfangen. Die meisten Flüchtlinge kommen aus arabischen Ländern. Deswegen bietet der Arbeitskreis Asyl auch Deutsch-Kurse an, in denen Flüchtlinge die Chance haben, die Sprache ihres Wahl-Landes Deutschland zu lernen. Auch dort werden ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht, die die Muttersprache der Flüchtlinge beherrschen.

In Neuhausen wird es bald eine direkte Beratung für Familien geben, die in Flüchtlingsheimen wohnen. Pro Person stehen rund viereinhalb Quadratmeter Fläche zur Verfügung.

Als wir selber dort zum ersten Mal waren, haben wir die Asylbewerber sehr bewundert, da sie unsere Sprache neu lernen und sich in eine komplett andere Kultur einfinden müssen. So ist zum Beispiel das Bus- und das Zugfahren anders.

Außerdem mussten wir auch mal leise sein, da viele Besucher ab und zu gebetet haben. Trotzdem hat es uns sehr viel Spaß gemacht und deshalb werden wir in Zukunft im Café International auch öfters helfen. (ZmS)

Helen Spieler und Juliana Malecha, Schönbein-Realschule Metzingen, Klasse 8d