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Aktuell Gedenkstunde

Eine Kerze für Sternenkinder

Am zweiten Sonntag im Dezember wird am »Worldwide Candle Lighting« Kindern gedacht, die tot geboren wurden oder kurze Zeit später starben

Mit einer Kerze, die ins Fenster gestellt wird, gedenken viele Menschen am zweiten Dezembersonntag tot geborener Kinder.  FOTO:
Mit einer Kerze, die ins Fenster gestellt wird, gedenken viele Menschen am zweiten Dezembersonntag tot geborener Kinder. FOTO: DPA
Mit einer Kerze, die ins Fenster gestellt wird, gedenken viele Menschen am zweiten Dezembersonntag tot geborener Kinder. FOTO: DPA

HETTINGEN. Jedes Jahr am zweiten Sonntag im Dezember findet das »Worldwide Candle Lighting« statt. Erstmals begangen wurde es 1996 in den USA: Es beinhaltet eine Gedenkstunde, die um 19 Uhr Ortszeit beginnt. Gedacht wird in dieser Stunde all der Kinder, die vor, während oder kurz nach der Geburt gestorben sind. Diese Kinder werden auch Sternenkinder genannt.

Oftmals bekommen die Eltern ihr verstorbenes Kind nicht zu Gesicht und können es auch nicht begraben. Durch das Anlegen der sogenannten Gräberfelder für Tot- und Fehlgeburten werden diese Kinder nicht vergessen und sie sind an einem sicheren Ort.

Dadurch, dass die Eltern ihr Sternenkind nicht sehen oder halten können, ist der Trauerprozess meist schwerer. Eine Grabstätte kann für die Verarbeitung der Trauer hilfreich sein, denn somit hat man einen Ort, der die Betroffenen mit dem Sternenkind verbindet.

Lichterkette rund um die Erde

Einen »Tag der Sternenkinder« gibt es auch, dieser findet jährlich am 15. Oktober statt. Die Idee hinter dem »Worldwide Candle Lighting« besteht darin, die Lichter auszumachen und eine Kerze in ein Fenster zu stellen. Durch die Zeitverschiebung entsteht der Eindruck einer Lichterwelle, die in 24 Stunden die ganze Erde umringt.

In dieser Gedenkstunde finden viele Veranstaltungen und beispielsweise Gottesdienste auf der ganzen Welt statt. So auch in meinem Heimatort, in Hettingen. Dort findet ein Gottesdienst statt, der mit Lebensgeschichten, Gedichten und Texten aus der Bibel gestaltet wird.

Über Schicksal austauschen

In Hettingen wird das WCL, wie das »Worldwide Candle Lighting« kurz genannt wird, zelebriert, seit auf dem Friedhof ein Gräberfeld für Tot- und Fehlgeburten im Jahr 2011 eingerichtet wurde. Seit 2015 begleitet auch der Jugendchor aus Hettingen diesen Gottesdienst. Gesungen werden Solos oder aber auch bekannte Lieder, bei denen die Besucher dann mitsingen können. Passend zur Jahreszeit werden zudem Adventslieder gesungen.

Am Ende des Gottesdienstes werden für die Erhaltung des Gräberfelds Spenden gesammelt. Anschließend gibt es vor der Kirche Glühwein und Gebäck, organisiert von der Frauengemeinschaft. Das gibt die Möglichkeit über den Gottesdienst oder die allgemeine Gedenkstunde zu reden. Es ermöglicht den Betroffenen aber auch, mit anderen Menschen, die das gleiche Schicksal teilen, ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen.

Ich wünsche mir, dass noch mehr Menschen und vor allem Betroffene sowohl auf das »Worldwide Candle Lighting« als auch auf den Sternenkindertag aufmerksam werden. Ich selbst habe einen weitläufigen Bezug zu diesen Kindern, aber das Gedenken ist auch für Menschen ohne diesen Bezug etwas. Viele Betroffene wissen gar nichts von dieser Gedenkstunde und von den vielen Veranstaltungen dazu.

Meiner Meinung nach ist die Idee und der Sinn dahinter eine gute Sache. Nicht nur, weil es so etwas in meinem Ort gibt oder weil ich daran beteiligt bin, sondern auch, weil somit bestimmt manchen Betroffenen ein wenig geholfen werden kann. (ZmS)

 

Fabienne Bitzer, Gymnasium Gammertingen, Klasse 10c

 

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