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Ein Leben für die Kunst

REUTLINGEN. Seit 2011 bin ich Auszubildender im kaufmännischen Bereich an der Beruflichen Bildung der KBF im Ringelbach. Meine große Leidenschaft ist die Kunst und das Schreiben von Geschichten. Insbesondere die Malerei in Öl und das Genre der Science-Fiction beziehungsweise der Fantasy haben es mir angetan. Aufgrund meiner ausgeprägten Mobilitätseinschränkung, die den zunehmenden Abbau meiner Muskelkraft zur Folge hat, komme ich im Alltag schnell an meine körperlichen Grenzen.

Marcel Brod leidet unter dem zunehmenden Abbau seiner Muskelkraft. Im Alltag stößt er deshalb schnell an seine körperlichen Gren
Marcel Brod leidet unter dem zunehmenden Abbau seiner Muskelkraft. Im Alltag stößt er deshalb schnell an seine körperlichen Grenzen. Die Kunst, sagt er, ist für ihn ein Stück Freiheit jenseits aller Probleme. Foto: ZmS
Marcel Brod leidet unter dem zunehmenden Abbau seiner Muskelkraft. Im Alltag stößt er deshalb schnell an seine körperlichen Grenzen. Die Kunst, sagt er, ist für ihn ein Stück Freiheit jenseits aller Probleme.
Foto: ZmS

Das bedeutet, dass für mich selbst kleinste Tätigkeiten unüberwindbare Hindernisse darstellen können. Die Kunst und auch das Schreiben von Geschichten, eine weitere Leidenschaft von mir, geben mir also die Möglichkeit eine Freiheit zu genießen, die mich mein Handicap für einen kurzen Augenblick vergessen lässt. Denn in der Welt der Gedanken ist alles möglich. Ferner bin ich an der digitalen Fotografie und der Bildbearbeitung interessiert. Deshalb unternehme ich gerne Städtereisen und gelegentliche Ausflüge in die Natur meiner Heimat, um meinen Geist mit Sinneseindrücken zu füllen. Wie ich zur Kunst kam: Mit kindlichen Strichzeichnungen nahm alles einen Anfang, wobei ich mich nie richtig für den Kunstunterricht begeistern konnte. Seit Ende 2005 habe ich dann die Ölmalerei entdeckt, die mir von einem ortsansässigen Hobbymaler nahegebracht wurde.

»Die Malerei gibt mir die Möglichkeit, etwas zu erschaffen«

Schon von Anfang an faszinierte mich die intensive Leuchtkraft der Ölfarben. Mein Stil ist impressionistisch und expressionistisch geprägt und von Van Gogh inspiriert. Das Malen funktioniert bei mir trotz meiner Behinderung recht fließend. Für die Fertigstellung eines Ölgemäldes benötige ich meist mehrere Stunden bis Tage und die Zeiten für das Trocknen der Farben sind immens. Doch für mich sind die längeren Trockenzeiten eher von Vorteil; ich kann mir sehr viel Zeit lassen zum Malen, ohne zu befürchten, dass mir die Farbe austrocknet.

Die Ausbildung zum Bürofachhelfer nimmt zugegebenermaßen einen großen Teil meiner Zeit in Anspruch, dennoch schaffe ich es nach wie vor, meinen gestalterischen Freizeitbeschäftigungen nachzugehen, die für mich das Wichtigste im Leben sind. Zum Beispiel befinde ich mich derzeit in der Planungsphase zu einem Roman.

In meiner sechsjährigen hobbymäßigen Tätigkeit als freier Maler durfte ich bereits einige Male an kleineren Ausstellungen in meiner Heimat, dem schönen Nordschwarzwald, teilnehmen. Meine erste Beteiligung an einer Ausstellung hatte ich 2007 zusammen mit meinem Mentor. Abschließend lässt sich sagen, dass für mich die Malerei, das Schreiben und die Fotografie wunderbare Alternativen zum Fernsehen und zum Dahinvegetieren darstellen. Sie geben mir die Möglichkeit, etwas zu erschaffen. (ZmS)

Marcel Brod, Berufliche Bildung der KBF, Ringelbachschule, Reutlingen, Klasse 1KB1