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Aktuell Soziales

Ein anstrengender, aber reizvoller Beruf

REUTLINGEN. Im Rahmen des Sozialpraktikums, das am Gymnasium üblicherweise in der 9. Klasse absolviert wird, konnte ich den Alltag eines Kindergartens miterleben. Im evangelischen Kindergarten Oferdingen werden derzeit rund 60 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren in drei Gruppen betreut. Soli Heim, die in dieser Einrichtung als Erzieherin arbeitet, hat mir in einem Gespräch einige Fragen über ihren Beruf beantwortet.

So sieht’s im Eingangsbereich vieler Kindergärten aus. FOTO: DPA
So sieht’s im Eingangsbereich vieler Kindergärten aus. FOTO: DPA
So sieht’s im Eingangsbereich vieler Kindergärten aus. FOTO: DPA

Auf die Frage, wie sie zum Beruf der Erzieherin gekommen sei, sagt sie, dass sie schon mit zwölf Jahren in ihrer Nachbarschaft Baby gesittet hat. In der Schule wurde dann Erziehungswissenschaften gelehrt und beim BiZ wurde ihr nach Angabe ihrer Vorlieben empfohlen, Erzieherin oder Ähnliches zu werden. Diesen Beruf würde Soli Heim jederzeit wieder wählen.

ZmS: Was gefällt Ihnen an diesem Beruf?

Soli Heim: Die Arbeit in den verschiedenen Tätigkeitsbereichen und die Abwechslung, also nicht den ganzen Tag im Büro zu sitzen und immer das Gleiche zu machen. Es ist auch schön zu sehen, wie sich Kinder entwickeln, wie Kinderaugen strahlen und zu merken, wie viel man selbst bewirken kann.

Welches sind die negativen Seiten Ihres Berufes?

Heim: Davon gibt es sehr wenige, aber ich mag es nicht, wenn Eltern sich nicht an Absprachen halten.

Wie lange arbeiten Sie schon als Erzieherin?

Heim: Seit ungefähr 20 Jahren.

Bei meinem Sozialpraktikum vom 16. bis zum 20. November habe ich viel über die Tätigkeiten der Erzieher(innen) erfahren: Von 7.30 bis 9 Uhr sollten die Kinder in den Kindergarten kommen. In dieser Zeit dürfen die Kinder selbst wählen, in welchem Raum, mit welchen Kindern oder welcher Erzieherin sie spielen möchten, dies nennt man Freispiel. Um 9 Uhr beginnt der tägliche Morgenkreis, bei dem alle Kinder miteinander unter anderem singen und beten. Danach ist für die meisten Kinder erneut Freispiel.

Einige Kinder haben zwei Mal in der Woche für das Krippenspiel geübt, die älteren Kinder gehen dienstags nach dem Morgenkreis zur Vorschule. Mittwochs und donnerstags gibt es nach dem Morgenkreis einen Stuhlkreis. Hier singen, basteln und spielen jeweils sechs Kleingruppen gezielt mit einer Erzieherin. Später geht jedes Kind in seine Gruppe in den Abschlusskreis, wo erzählt und gesungen wird. Anschließend dürfen die Kinder noch eine Weile zum Spielen in den Garten, bis sie abgeholt werden.

Montags und dienstags ist erneut von 14 bis 16.30 Uhr Kindergarten. Bei schönem Wetter sind die Kinder meist im Garten oder machen einen Spaziergang. Einige Kinder bleiben jeden Tag bis 13.30 Uhr im Kindergarten und essen dort zu Mittag. In dieser Gruppe habe ich aber nicht gearbeitet.

Abwechslungsreich

Ich durfte mich während des Praktikums mit den Kindern in allen Bereichen beschäftigen und konnte erkennen, dass der Beruf als Erzieher(in) sehr abwechslungsreich ist. Erzieher(innen) müssen auch auf die verschiedenen Charaktere der Kinder eingehen können, die manchmal schüchtern, aber manchmal auch sehr selbstbewusst sind.

Fazit: Die Arbeit als Erzieher ist anstrengend, wenn die Kinder nicht auf die Erzieher hören wollen oder sich streiten, aber auch sehr schön, weil Kinder an vielem sehr interessiert sind und man ihnen viel beibringen und Spaß haben kann. Für mich war es eine sehr interessante Woche im Kindergarten. (ZmS)

Felix Dorn, BZN-Gymnasium, Klasse 9b