Sehr geehrte Fraktionsvorsitzende im Kreistag, auf Vorschlag von Landrat Dr. Fiedler soll der Kreistag die öffentliche Ausschreibung für den Abschluss eines weiteren Managementvertrages für die Kreiskliniken beschließen. Im Blick auf die Kreiskliniken Reutlingen fände ich es besser, wenn neben der Ausschreibung eines Managementvertrags – parallel als gleichwertige Alternative hierzu – eine reguläre Geschäftsführerstelle als Klinikleitung ausgeschrieben wird.
Ich finde, die Kreiskliniken Reutlingen haben mit ihren Geschäftsführern in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht. Und die jeweiligen Geschäftsführer haben die Kreiskliniken mit Einfühlungsvermögen, Mut und sehr viel Sachverstand gut durch viele Krisen gebracht. So denke ich gerne an das Geschäftsführerteam bestehend aus Herrn Finke und Herrn Salzer zurück.
Mit dem Abschluss eines Managementvertrags mit der bisherigen RKH-Holding haben wir viele Erwartungen verbunden. Wir dachten, mit dem Einstieg in einen so großen Klinikverbund würden sehr viele Synergieeffekte entstehen. Wir dachten beispielsweise, dass sich die einzelnen Kliniken im Verbund vorübergehend mit Personal aushelfen, wenn Not am Mann ist. Leider hat sich diese Erwartung nicht erfüllt (Ermstalklinik).
Besonders unangenehm war auch während des Managementvertrags, dass es zu einem prekären Engpass bei der Patientenversorgung kam. Dass solche Situationen in einem so großen Klinikverbund auftreten, hätte ich nicht erwartet. Nicht zuletzt möchte ich noch betonen, dass leitende Mitarbeiter, die im Rahmen eines Managementvertrags arbeiten, sich in erster Linie an den Geschäftsinteressen ihrer Holding orientieren müssen. Bei einem Einzelgeschäftsführer, der direkt beim Landkreis angestellt ist, wäre das anders. Vielleicht gibt es die Möglichkeit, diese Überlegungen ergebnisoffen in ihren Fraktionen zu diskutieren.
Alfred Rupp, Bad Urach
