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Zulieferer-Chef beklagt Haltung deutscher Hersteller

Bei Preisanstiegen haben Autozulieferer nach Worten des Chefs der Firma Marquardt mit deutschen Herstellern die größten Probleme. »Es ist mit keinem Kunden ein Zuckerschlecken«, sagte Harald Marquardt der »Stuttgarter Zeitung« und den »Stuttgarter Nachrichten« (Samstag). »Aber am schlimmsten ist es eindeutig mit den deutschen Herstellern. Sowohl in westlichen als auch in östlichen Weltregionen ist die Wertschätzung uns gegenüber deutlich höher als in Deutschland.« Das Unternehmen aus Rietheim-Weilheim (Landkreis Tuttlingen) stellt unter anderem Bedienelemente und Displays her.

Harald Marquardt
Harald Marquardt, Chef des Automobilzulieferers Marquardt, spricht mit Pressevertretern. Foto: Marijan Murat
Harald Marquardt, Chef des Automobilzulieferers Marquardt, spricht mit Pressevertretern.
Foto: Marijan Murat

»Hersteller jenseits Europas wissen den Wert deutscher Zulieferer offenbar eher zu schätzen«, schlussfolgerte Marquardt. »Als Zulieferer kann es mir jedoch völlig gleichgültig sein, ob ein deutsches, chinesisches oder amerikanisches Auto mit Marquardt-Produkten unterwegs ist. Als deutscher Staatsbürger halte ich diese Entwicklung allerdings für bedenklich.«

Wegen der Knappheit an Halbleitern und Autos konnten die Hersteller bisher die Rabatte streichen und teilweise mehrmals im Jahr die Preise erhöhen, wie Marquardt sagte. All das zahle auf die Vergrößerung der Gewinnspanne ein. »Die Zulieferer dagegen sollen am liebsten ihre Preise beibehalten, obwohl alles teurer wird.«

Interview (Bezahlschranke)

© dpa-infocom, dpa:230401-99-171497/2