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Zahl der Urteile im Corona-Jahr zurückgegangen

Die Corona-Pandemie hat auch die Arbeit der Richter stark eingedämmt. Natürlich wurde nach wie vor gemahnt, freigesprochen und verurteilt. Aber die Zahlen dürften im vergangenen Jahr deutlich gesunken sein. Sorge bereitet der Justiz ein ganz anderer Aspekt.

Justitia
Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Christoph Soeder/dpa/Symbolbild
Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Christoph Soeder/dpa/Symbolbild

STUTTGART. Während des monatelangen Lockdowns ist auch die Zahl der Prozesse und Urteile an den Gerichten in Baden-Württemberg zurückgegangen. Genaue Zahlen will die baden-württembergische Justizministerin Marion Gentges (CDU) heute gemeinsam mit dem Statistischen Landesamt vorstellen.

Einen besonderen Schwerpunkt will die Ministerin dabei auf ein wachsendes Problem unter Jugendlichen setzen: In Schüler-Chat-Gruppen wird immer häufiger kinder- und jugendpornografisches Material geteilt - und nicht selten ist den Absendern nicht bewusst, dass sie sich strafbar machen. Denn seit Juli 2021 gilt das Gesetz zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder. Es bringt Verschärfungen bei den Strafen für Besitz, Erwerb und Verbreitung von für Kinderpornografie mit sich.

Bereits im vergangenen Jahr hatte das Land angesichts der steigenden Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung gewarnt. Als besonders besorgniserregend hatte die Polizei Fälle bezeichnet, in denen Mitglieder von Chat-Gruppen illegale Dateien - oftmals ohne Aufforderung anderer Gruppenmitglieder - einstellen. Nicht selten gehe es dabei um gewaltverherrlichende, rassistische und volksverhetzende, porno- und kinderpornografische Bild- und Videodateien. Auffällig sei auch, dass sich vor allem Kinder und Jugendliche etwa in WhatsApp-Gruppen oder auf Social-Media-Plattformen aufhielten, in denen sich bis zu 1000 weitere Teilnehmer eingebucht hätten. (dpa)