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Aktuell Kriminalität

Was Diebe aus Zoos und Freizeitparks mitgehen lassen

Werden in Zoos wirklich Tiere gestohlen oder bleibt das in Baden-Württemberg zunächst ein Mythos? Was alles verschwindet und wie dagegen vorgegangen wird - Freizeitparks und Zoos geben Auskunft.

Löwe
Ein Löwe reißt in der Wilhelma sein Maul auf. Foto: Marijan Murat/Archivbild
Ein Löwe reißt in der Wilhelma sein Maul auf. Foto: Marijan Murat/Archivbild

STUTTGART. Mitten in den Sommerferien sind Freizeitparks und Zoos in Baden-Württemberg beliebt - auch bei Langfingern. Tiere werden zwar selten gestohlen, das macht die Liste des Diebesguts jedoch nicht weniger kurios. Was das für die Parks bedeutet und welche Dinge am häufigsten verschwinden, das lässt eine dpa-Umfrage erkennen:

- Im Erlebnispark TRIPSDRILL wurden im vergangenen Jahr die drei herzförmigen »Achtung-Störche-Schilder« im Umkreis des Parks mehrfach geklaut. Aufgestellt wurden sie bereits 2014, um Verkehrsunfälle mit den wildlebenden Vögeln zu vermeiden. Als Konsequenz mussten die Schilder besser gesichert werden, berichtet Sprecher Birger Meierjohann. »Wie genau verraten wir aber nicht«, ergänzt er schmunzelnd.

- »Tatsächlich kommt bei uns die Sanitärausstattung am häufigsten abhanden«, berichtet Inga Dauter, Sprecherin der WILHELMA in Stuttgart. Wobei nicht nur einfache Klopapierrollen gemeint sind, sondern vor allem auch Klobrillen und Seifenspender. Selbst die Kleiderhaken an den Toilettentüren seien abmontiert worden. »An Halloween dekorieren wir den Park mit ausgehöhlten und geschnitzten Kürbissen«, erzählt Dauter weiter. Die LED-Lichter, die sich in den Kürbissen befinden, werden so oft entwendet, dass abends kaum noch ein Kürbis leuchtet, erzählt die Sprecherin.

- Kurioses aus dem HEIDELBERGER ZOO: Dort wird immer wieder der Schraubverschluss für die sogenannte Melk-Kuh gestohlen. »Wir wissen auch nicht wofür unsere Zoobesucher diese Verschlüsse Zuhause benötigen, aber anscheinend gibt es außerhalb des Zoos einen großen Bedarf«, meint Jana Mechler, Sprecherin des Zoos. Im Sommer bedienen sich die Besucher zudem gerne an den Früchten der Feigenbäume im Zoo: »Da sind wir aber großzügig«, ergänzt Mechler. Tierschilder schienen auch hier längere Zeit beliebt gewesen zu sein, gerade das des Faultiergeheges. Es musste diebstahlsicher befestigt werden.

Auch wenn das alles nach krimineller Energie klingen mag: Die meisten Parks und Zoos betonten, dass die Probleme mit Diebstählen sehr gering oder überhaupt kein Thema seien:

- Besser geht es zum Beispiel dem RAVENSBURGER SPIELELAND und dem ZOOLOGISCHEN GARTEN KARLSRUHE: »Bei uns gibt es keine besonderen Vorkommnisse in dieser Hinsicht«, meint der Sprecher aus Karlsruhe »und darüber sind wir eigentlich auch froh.« Ähnlich sieht es im Spieleland aus, auch dort werden kaum verschwundene Gegenstände verzeichnet: »Selbst wenn etwas verloren geht, geben die Besucher es an der Information ab«, erzählt Sprecherin Yvonne Wirth.

- Der EUROPAPARK in Rust mit einer Fläche von 95 Hektar kann verschwundene Gegenstände kaum erfassen, erklärt die Sprecherin: »Gestohlene Gegenstände werden uns nicht gemeldet.« Allerdings werden auch dort viele Fundsachen abgegeben: von Wertgegenständen wie Handys und Schlüssel über Mützen und Brillen bis hin zu kurioseren Gegenständen wie Gebissen oder sogar ein Goldzahn. Der Goldzahn wurde bei der sogenannten »Silverstar«, eine der höchsten Achterbahnen Deutschlands, verloren. Der Besitzer erhielt ihn aber bereits am selben Tag zurück.

Derweil sucht die Polizei im bayerischen Unterfranken weiter nach einem Flamingo-Dieb. Ende Juli hatte ein Unbekannter die fünf Vögel aus dem Freizeit-Land Geiselwind stibitzt. Zumindest spricht nach Polizeiangaben alles für einen Diebstahl - denn fliegen könnten die langbeinigen, rosafarbenen Tiere nicht, und das Gelände sei umzäunt. »Mit Diebstählen haben wir es zwar tagtäglich zu tun, aber dass es Diebe offenbar auf Flamingos abgesehen haben, war uns in dieser Form nicht bekannt«, sagte ein Sprecher. Das sei ein ungewöhnlicher Fall.

Bei der Fahndung hat das Freizeit-Land offenbar die Hoffnung aufgegeben, dass sie wieder auftauchen könnten: »Wir sind aktuell auf der Suche nach neuen Flamingos, zur Vervollständigung unserer Kolonie«, sagte Inhaber Matthias Mölter. »Deshalb sind wir in Kontakt mit diversen Zoos und Tierparks.« (dpa/lsw)