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Vorschlag für verpflichtende Schulpraktika auf dem Land

Mähdrescher
Foto: Uschi Pacher
Foto: Uschi Pacher

STUTTGART. Der FDP-Agrarexperte Klaus Hoher hat vor einer Entfremdung der Stadtbevölkerung von der Landwirtschaft gewarnt und deshalb verpflichtende Schulpraktika auf dem Land vorgeschlagen. Es sei es überlegenswert, ein schulisches Kurzzeitpraktikum »in der ländlichen Urproduktion« einzuführen, sagte Hoher der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. »In früheren Generationen war es völlig normal, dass Schulklassen auch einmal bei der Kartoffelernte ausgeholfen haben«, sagte der Politiker, der auf einem Bauernhof aufwuchs und im Nebenerwerb Landwirt ist.

Er räumte ein, man könne eine nachhaltigere Form der Landwirtschaft unterstützen - das tue er selbst auch. »Aber der städtisch geprägte Zeitgeist marschiert inzwischen in eine Richtung, welche die Bewirtschaftung von Land und Gewässern über kurz oder lang gänzlich unmöglich macht.«

Der Landtagsabgeordnete aus dem Bodenseekreis verwies auf die Volksbegehren »Rettet die Bienen« in Bayern und Baden-Württemberg. Die Bewegung um dieses Volksbegehren erfülle ihn mit Sorge. Die Initiatoren im Südwesten fordern etwa den Ausbau der ökologischen Landwirtschaft auf 50 Prozent bis 2035, die Halbierung von Pestiziden bis 2025 und ein Verbot von Pestiziden in Schutzgebieten.

Hoher erklärte, auch der Ökolandbau könne nicht ohne Pflanzenschutz auskommen. Er warf den Pestizid-Kritikern vor, keine Ahnung zu haben. »Wer als junger Mensch einmal eine Woche in einem Betrieb der Land-, Forst- oder Fischereiwirtschaft mitgelaufen ist, der bekommt zumindest ein Gespür für die grundlegenden Zusammenhänge und Arbeitsbedingungen der Land- und Gewässerbewirtschaftung«, sagte Hoher weiter. Eine solche Erfahrung schütze nicht nur gegen »ideologische Schwarz-Weiß-Malerei«, sondern sie steigere auch den Respekt vor Lebensmitteln und nachwachsenden Rohstoffen. (dpa)