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Tübinger Experten: Millionen für Erforschung von Keimen

Ein Schild des Max-Planck-Instituts
Ein Schild des Max-Planck-Instituts. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild
Ein Schild des Max-Planck-Instituts. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

TÜBINGEN. Ein Forscherteam unter Leitung des Max-Planck-Instituts in Tübingen erhält zehn Millionen Euro Förderung zur Erforschung von krankheitserregenden Keimen. Die Förderung erfolgt durch den Europäischen Forschungsrat und ist auf sechs Jahre angelegt, wie ein Sprecher des Max-Planck-Instituts (MPI) für Entwicklungsbiologie in Tübingen am Donnerstag mitteilte.

»In einem Jahr wie diesem ist es unnötig zu betonen, wie wichtig es ist, zu verstehen, was es Krankheitserregern ermöglicht, ihren Wirt zu schädigen«, teilte Detlef Weigel, der federführende Projektleiter am MPI, mit. Es sei wichtig zu wissen, was den Erfolg von Krankheitserregern bestimme, um neue Interventionen zu ihrer Bekämpfung zu entwickeln, so Weigel.

Das Augenmerk der Forscher liegt bei dem internationalen Projekt auf sogenannten pathogenen Keimen und der Frage, wie Krankheitserreger Schaden anrichten. Pathogene Keime sind laut MPI die Ursache für viele schwere Krankheiten bei Pflanzen, Tieren und Menschen. Oft werde übersehen, dass Krankheitserreger selten allein wirkten. Bei der Grippepandemie 1918/1919 seien etwa die meisten Todesfälle nicht durch das Grippevirus verursacht worden, sondern durch Komplikationen einer bakteriellen Lungenentzündung. Die Tübinger Forscher möchten deshalb herausfinden, wie Erreger kooperieren, um andere, harmlose Mikroben zu verdrängen und in der Folge die infizierten Pflanzen oder Tiere schädigen. (dpa)