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Sturm zieht über Baden-Württemberg: 11 Verletzte

Kaum hat der Herbst kalendarisch begonnen, zieht ein schwerer Sturm über den Südwesten. Ein kleiner Junge schwebt in Lebensgefahr, im benachbarten Bayern stirbt eine Frau. Bahnstrecken sind gesperrt.

Feuerwehrmänner zersägen einen Baum, der durch den Sturm in Riedlingen auf ein Haus gestürzt ist.
Feuerwehrmänner zersägen einen Baum, der durch den Sturm in Riedlingen auf ein Haus gestürzt ist. Foto: Thomas Warnack
Feuerwehrmänner zersägen einen Baum, der durch den Sturm in Riedlingen auf ein Haus gestürzt ist.
Foto: Thomas Warnack

STUTTGART. Beim ersten schweren Sturm im kalendarischen Herbst sind in Baden-Württemberg elf Menschen verletzt worden. Ein vierjähriger Junge schwebt in Lebensgefahr, wie die Polizei am frühen Montagmorgen mitteilte. Im benachbarten Bayern forderte das Sturmtief »Fabienne« ein Todesopfer. Ein Sprecher des Lagezentrums in Stuttgart sagte am Morgen, das ganze Land sei von schweren Schäden betroffen: »Bäume sind umgestürzt, Autos zerstört, Bauzäune umgekippt.«

In Epfenbach im Rhein-Neckar-Kreis wurde ein vierjähriger Junge von einem umstürzenden Baum lebensbedrohlich verletzt. Eine Orkanböe kippte am Sonntagabend eine große Buche auf das Auto, in dem das Kind saß, wie die Polizei mitteilte. Der Junge habe dabei schwere Kopfverletzungen erlitten und sei mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen worden. Drei weitere Familienmitglieder, die sich in dem Fahrzeug befanden, blieben laut Polizei unverletzt.

Im Landkreis Ludwigsburg erfasste eine Windböe einen Rollerfahrer, der sich beim anschließenden Sturz schwer verletzte. Nach Angaben des Lagezentrums musste auch ein Fahrradfahrer in Friedrichshafen mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht werden, nachdem er von einem umkippenden Bauzaun erfasst worden war.

Während es in Baden-Württemberg keine Todesopfer gab, kam im benachbarten Bayern eine Frau ums Leben. Auf einem Campingplatz im Landkreis Bamberg stürzte am Sonntagabend ein Baum um und erschlug eine 78-Jährige, wie die Polizei mitteilte. Die Frau erlitt schwerste Verletzungen und starb noch an der Unfallstelle.

In Baden-Württemberg gingen nach Angaben des Lagezentrums am Sonntag rund 1100 Notrufe bei der Polizei ein, die zu Einsätzen führten. Bei den Feuerwehr-Leitstellen waren es 1600 Notrufe. Bäume auf Straßen und Gleisen beschäftigten die Einsatzkräfte bis tief in die Nacht.

Auf der Bahnstrecke zwischen Singen und Konstanz musste am späten Sonntagabend ein Zug wegen umgestürzter Bäume in Radolfzell (Landkreis Konstanz) auf freier Strecke evakuiert werden. 80 Menschen wurden von Einsatzkräften aus dem Zug geholt. Laut Polizei blieb die Strecke zunächst gesperrt.

Eine Bahnsprecherin bestätigte in der Nacht zu Montag, in Baden-Württemberg seien zahlreiche Bäume auf Gleise oder Oberleitungen gestürzt. Einige Strecken seien auch am frühen Montagmorgen noch nicht wieder freigegeben. »Die Kollegen sind dabei, die Schäden möglichst schnell zu beseitigen«, sagte die Sprecherin.

In der Nacht waren noch die Fernverkehrsstrecken zwischen Mannheim und Mainz sowie zwischen Stuttgart und Nürnberg gesperrt. Am Sonntagabend hatte es auch zwischen Heidelberg und Frankfurt beziehungsweise Mannheim und Frankfurt Unterbrechungen und Verspätungen gegeben. Auch der Regionalverkehr im Südwesten war stark betroffen.

In Stuttgart und Basel stellte die Bahn Hotel-Züge bereit, um gestrandete Fahrgäste unterbringen zu können. Die Bahnsprecherin kündigte an, dass es auch noch am Montagmorgen zu Einschränkungen kommen könne: »Dadurch, dass Züge und Personal nicht an den richtigen Stellen sind, kann es zu Auswirkungen kommen.«

Der Sturm machte sich auch in der benachbarten Schweiz bemerkbar. Dort wirbelte »Fabienne« vor allem den Flugverkehr durcheinander, wie die Agentur SDA berichtete. An den Flughäfen Zürich, Basel und Genf gab es am Abend bei fast allen Starts und Landungen deutliche Verspätungen.

Am späten Sonntagabend hob der Deutsche Wetterdienst dann alle Unwetterwarnungen auf. Das Sturmtief »Fabienne« ziehe ab und auch die zugehörige Kaltfront verlasse Deutschland in Richtung Österreich, wie es in einer Mitteilung hieß. (dpa)