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Springhart: Bundeswehr in Schulen darf keine Werbung sein

Besuche der Bundeswehr in Schulen sollten aus Sicht der Landesbischöfin der evangelischen Landeskirche in Baden immer eingeordnet werden. Es müssten dann unterschiedliche Perspektiven auf Krieg und Frieden besprochen werden, sagte Heike Springhart am Donnerstag am Rande der Frühjahrstagung der badischen Landessynode in Bad Herrenalb (Landkreis Calw). »Eine Werbeveranstaltung fürs Militär hielte ich für unangemessen.«

Heike Springhart
Heike Springhart, Landesbischöfin von Baden, spricht während eines Gottesdienstes. Foto: Christoph Schmidt
Heike Springhart, Landesbischöfin von Baden, spricht während eines Gottesdienstes.
Foto: Christoph Schmidt

Die CDU-Landtagsfraktion spricht sich in einem Positionspapier dafür aus, dass Soldatinnen und Soldaten regelmäßig Schulen besuchen, um die Verbindung zwischen Zivilgesellschaft und Bundeswehr zu stärken. »Seit Jahren beobachten wir eine schleichende Entfremdung von Bundeswehr und Gesellschaft. Diesen Negativtrend wollen wir zum Positiven hinwenden«, heißt es in dem Papier. Bislang entscheidet jede Lehrkraft selbst, ob sie Besuchsangebote von Jugendoffizieren annehmen will. Im Schuljahr 2021/2022 gab es laut Kultusministerium 717 derartige Veranstaltungen an weiterführenden Schulen.

Synodalpräsident Axel Wermke, früher Rektor einer Werkrealschule in Ubstadt-Weiher (Landkreis Karlsruhe), ist prinzipiell offen für solche Besuche der Bundeswehr. Dann aber sollten die Schülerinnen und Schüler auch etwa über das Freiwillige Soziale und das Freiwillige Ökologische Jahr informiert werden. Man müsse aufzeigen, »welche Möglichkeiten es gibt, sich für sein Land, für die Gesellschaft einzubringen«, sagte Wermke. »Aber nicht nur die Bundeswehr.«

Positionspapier der CDU-Landtagsfraktion

Vereinbarung zwischen dem Kultusministerium und der Bundeswehr

Infos zur Frühjahrstagung der Landessynode

© dpa-infocom, dpa:230427-99-469773/2