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SHW trotz voller Auftragsbücher insolvent

Trotz guter Auftragslage hat der Werkzeugmaschinenbauer SHW mit Sitz in Aalen Insolvenz angemeldet.

Die EZB überschwemmt die Märkte mit Geld. Das verzerre die Preise, warnt ein Banker des Traditionsinstituts Metzler. Für Euro
Foto: Jens Wolf/Symbol
Foto: Jens Wolf/Symbol

STUTTGART/AALEN. Grund seien die Sanktionen der EU gegen Russland, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Martin Mucha am Freitag in Stuttgart. »Noch 2013 hat SHW rund 60 Millionen Euro Umsatz gemacht. Dann kam 2014 das Russland-Embargo, das dazu führte, dass der Umsatz bis 2017 auf 33 Millionen Euro zurückging.« Zwar habe das Unternehmen neue Aufträge in China ergattert, die Ausfälle des Russlandgeschäfts aber nicht so schnell kompensieren können.

Mucha sieht gute Chancen, SHW mit Hilfe neuer Eigentümer zu sanieren - man sei auf der Suche, der Geschäftsbetrieb werde derweil fortgeführt. »Die Auftragsbücher von SHW sind voll, in diesem Jahr sind 50 Millionen Euro Umsatz möglich.« Das aber sei das Problem: Durch den Wegfall des Russlandsgeschäfts mangele es an Liquidität, um Rohmaterial für die die bestehenden Aufträge einzukaufen.

Betroffen sind am Standort Aalen rund 240 Mitarbeiter, die nun Insolvenzausfallgeld erhalten. SHW ist auf hochtechnologische Fräsmaschinen spezialisiert, die unter anderem bei der Bearbeitung von Komponenten für Großdieselmotoren oder Turbinen zum Einsatz kommen. Das Unternehmen betreibt Service-Niederlassungen in China, Indien und den USA.

Die EU-Staaten hatten 2014 mit den Wirtschaftssanktionen gegen Russland auf die Annexion der Krim und Russlands Agieren in der Ukraine-Krise reagiert. (dpa)