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Obst- und Gemüsebauern stöhnen über höhere Betriebskosten

Hohe Kosten sind das eine. Doch auch Wetterkapriolen machen Obst- und Gemüsebauern zu schaffen. Das wurde 2023 vor allem bei der Apfelernte im Südwesten deutlich.

Spargelsaison beginnt
Ein Arbeiter sticht Spargelstangen auf einem Spargelfeld des Familienbetriebs Großhans. Foto: Uwe Anspach/DPA
Ein Arbeiter sticht Spargelstangen auf einem Spargelfeld des Familienbetriebs Großhans.
Foto: Uwe Anspach/DPA

Extremwetter, höhere Kosten und verunsicherte Verbraucher: Die Obst- und Gemüsewirtschaft in Baden-Württemberg schaut nach einem schwierigen Jahr verhalten nach vorn. Stark gestiegene Betriebskosten könnten von den Erzeugern nicht durch höhere Erlöse ausgeglichen werden. »Die Lage ist angespannt«, sagte Ulrich Theileis, Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands, am Donnerstag auf der Jahrespressekonferenz der Obst-, Gemüse- und Gartenbaugenossenschaften.

Plus nur beim Obst

Zu schaffen machen Erzeugern insbesondere die Energiepreise, Kosten für Transport und Verpackung, Bürokratie und gestiegene Löhne. Mit der Anhebung des Mindestlohns auf 12,41 Euro werde sich die Kostenlage in diesem Jahr weiter verschärfen, schätzt der Verband.

Im vergangenen Jahr vermarkteten die genossenschaftlichen Erzeugermärkte inklusive ihrer Vertriebsgesellschaften 405.000 Tonnen Obst und Gemüse - ein Plus von knapp zehn Prozent. Der Gesamtumsatz belief sich auf 489 Millionen Euro (plus vier Prozent). Das Mengenwachstum kam nahezu ausschließlich aus der Obstvermarktung (279.000 Tonnen). Schwieriger zu verkaufen waren höherpreisige Artikel aus dem Regional- oder Biosortiment. Gut liefen Produktinnovationen wie Miniwassermelonen, Süßkartoffeln, Kurkuma oder Zitronengras.

Magere Apfelernte

Nach einer geringen Ausbeute wegen Nässe und Kälte in der Blütephase, Frostschäden und einem heißen und trockenen Frühsommer hoffen die Bauern in diesem Jahr auf eine bessere Apfelernte. 2023 holten die Bauern im Südwesten nur eine Ernte von rund 314.000 Tonnen ein (minus 16 Prozent).

Bundesweit zählte die Apfelernte mit 940.000 Tonnen (minus 12 Prozent) dem Verband zufolge zur drittkleinsten der vergangenen zehn Jahre. Derzeit seien die Lager etwa um ein Viertel weniger gefüllt als zum Vorjahreszeitpunkt. Abgesehen von den Äpfeln spricht die baden-württembergische Obst- und Gemüsewirtschaft von einer guten Ernte mit weitestgehend sehr guten Qualitäten.

© dpa-infocom, dpa:240321-99-416024/2