Logo
Aktuell Land

Nach Angriff auf Eritrea-Fest: Erste Anklage

Weil er bei einer Eritrea-Veranstaltung im September in Stuttgart Polizisten angegriffen haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 26-Jährigen erhoben. Es ist die erste nach den gewaltsamen Ausschreitungen.

Gerichtsmikrofone
Mikrofone und Kopfhörer auf einem Tisch in einem Gerichtssaal. Foto: Jonas Walzberg/DPA
Mikrofone und Kopfhörer auf einem Tisch in einem Gerichtssaal.
Foto: Jonas Walzberg/DPA

Nach den Ausschreitungen bei einer Eritrea-Veranstaltung im September in Stuttgart hat die Staatsanwaltschaft eine erste Anklage erhoben. Die Behörde wirft einem 26-jährigen Eritreer unter anderem schweren Landfriedensbruch, versuchte gefährliche Körperverletzung und tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte vor. Der Mann soll am 16. September in Stuttgart mit 20 bis 30 weiteren Personen versucht haben, eine Polizeikette zu überwinden und mindestens einen Stein auf Polizeibeamte geworfen haben, teilte die Staatsanwaltschaft Stuttgart am Freitag mit. Außerdem habe der Beschuldigte zeitweise eine Fahnenstange bei sich gehabt, die er als Waffe hätte einsetzen können. Der Mann befinde sich in Untersuchungshaft.

Der 26-Jährige steht auch im Verdacht, an den Ausschreitungen in Gießen teilgenommen zu haben, teilte die Stuttgarter Staatsanwaltschaft mit. Sollte das Amtsgericht in Stuttgart-Bad Cannstatt die Anklage gegen den Mann annehmen, droht ihm einem Sprecher der Staatsanwaltschaft zufolge eine Haftstrafe. Der Strafrahmen im Falle eines besonders schweren Landfriedensbruchs sehe eine Haftstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren vor.

Die Anklage gegen den 26-Jährigen ist die erste nach den Ausschreitungen in Stuttgart. Im Zuge des Polizeieinsatzes waren zunächst 228 Tatverdächtige vorläufig festgenommen worden, 227 kamen kurze Zeit später wieder auf freien Fuß. Derzeit würden bei der Staatsanwaltschaft Verfahren gegen eine mittlere zweistellige Zahl an Beschuldigten bearbeitet, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde. Viele weitere Fälle lägen noch bei der Polizei.

© dpa-infocom, dpa:240112-99-583609/5