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Leverkusen schlägt auch Hoffenheim

Die erste Niederlage im 39. Pflichtspiel der Saison liegt in der Luft. Doch dann dreht Bayer Leverkusen wieder einmal das Spiel und besiegt Hoffenheim noch.

Grischa Prömel
Grischa Prömel von Hoffenheim gibt Anweisungen an seine Mitspieler. Foto: Soeren Stache/DPA
Grischa Prömel von Hoffenheim gibt Anweisungen an seine Mitspieler.
Foto: Soeren Stache/DPA

Später Doppelschlag und Riesenjubel statt herber Rückschlag: Mit dem nächsten eindrucksvollen Comeback-Sieg haben Xabi Alonso und die Rekordjäger von Bayer Leverkusen im Meisterkampf der Fußball-Bundesliga den nächsten Meilenstein gesetzt. Einen Tag, nachdem der europaweit umworbene Star-Trainer seinen Verbleib über das Saisonende hinaus verkündet hatte, feierte Bayer durch zwei ganz späte Treffer von Nationalspieler Robert Andrich (88.) und Patrik Schick (90.+1) einen weiteren Sieg und setzte Verfolger FC Bayern München weiter unter Druck. Vor dem Anpfiff des Spiels gegen Borussia Dortmund am Abend lag der Serienmeister nun schon 13 Punkte zurück.

Der angeblich auch von Bayer umworbene Maximilian Beier (33.), der gerade erstmals zum Aufgebot der Nationalmannschaft gehörte, brachte Hoffenheim mit seinem 13. Saisontor in Führung. Doch Andrich, neuer Nebenmann von Toni Kroos im DFB-Team, und Schick überwanden den überragenden TSG-Torhüter Oliver Baumann spät noch doppelt. Bayer, das mit dem zuletzt vor allem vom FC Bayern und dem FC Liverpool umworbenen Alonso nun seit 39 Pflichtspielen ohne Niederlage ist, empfängt am Mittwoch den Zweitligisten Fortuna Düsseldorf im Halbfinale des DFB-Pokals.

Die Länderspielpause war für die Leverkusener nicht wirklich erholsam gewesen. Als eine Folge des Erfolgs waren nicht weniger als 19 Spieler bei ihren Nationalteams im Einsatz, viele spielten doppelt. Doch Alonso hatte die Ruhe daheim genutzt, um seine Zukunft zu überdenken. Und seine Verkündung vom Freitag sorgte bei den Bayer-Fans für zusätzliche Euphorie. An den Eingängen wurden »Danke Xabi«-Schals verkauft, auf den Rängen gab es zahlreiche Plakate mit den Namen des Trainers und Herzen zu sehen. Bei Verkündung der Aufstellung wurde der Coach nochmal extra laut gefeiert.

Ihre Mannschaft hatte es aber wieder mit einem sehr kompakten und disziplinierten Gegner zu tun. Die Hoffenheimer liefen die Räume geschickt zu, und so entwickelte sich das Bild, das es zuletzt sehr häufig in der BayArena zu sehen gab: Das Geschehen spielte sich fast ausschließlich in den letzten 30 Metern vor dem Tor der Gäste ab. Bayer spielte geduldig, agierte aber oft ideenlos. Egal, ob mit Seitenverlagerungen oder dem Trickreichtum von Florian Wirtz, zunächst gab es kein Durchkommen. In der ersten halben Stunde gab es somit auch nur eine nennenswerte Torchance, als Wirtz aus 18 Metern knapp vorbeischoss (18.).

Und dann fiel der Treffer mit dem ersten Torschuss der Hoffenheimer auf der Gegenseite, als Beier nach einem schönen Doppelpass mit Sturmpartner Wout Weghorst frei vor Lukas Hradecky auftauchte und diesen dann eiskalt überwand. Ein Geniestreich hätte vor der Pause fast noch den Ausgleich gebracht, doch Baumann parierte die Bogenlampe von Granit Xhaka von der Seitenlinie ausgezeichnet (42.). Auch der Ex-Hoffenheimer Jonas Hofmann scheiterte aus spitzem Winkel an Baumann (44.), Nationalspieler Andrich köpfte frei am langen Eck vorbei (45.+2).

Der Druck blieb auch nach der Pause hoch, doch Bayer agierte gegen die leidenschaftlichen Hoffenheimer nun ungewohnt hektisch und unkreativ. Chancen gab es trotzdem. Doch Baumann hielt wieder gut gegen Wirtz (54.) und auch Schick (76.), ein abgefälschter Schuss von Jeremie Frimpong landete auf dem Tornetz (63.), Alejandro Grimaldo rutschte frei vor dem Tor weg (68.), Borja Iglesias traf die Latte (87.). Dann traf Andrich nach Kopfball-Ablage von Jonathan Tah. Und Schick legte nach Flanke von Nathan Tella sogar nach und ließ die BayArena beben.

Informationen zum Spiel bei bundesliga.de

© dpa-infocom, dpa:240329-99-506898/3