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Landesbischof Gohl ruft zu Respekt für Andersdenkende auf

Angesichts einer zunehmenden gesellschaftlichen Spaltung fordert der evangelische Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl mehr Respekt für Andersdenkende in Debatten und Diskussionsrunden. Ohne Respekt vor dem anderen könne es ein Miteinander nicht geben, sagte Gohl in seiner am Mittwoch veröffentlichten Neujahrsbotschaft. »Dieser gilt auch meinem Gegenüber, wenn er eine völlig andere Meinung vertritt.« Es gehe nicht um Sympathie und auch nicht um Gleichgesinntheit. »Umgekehrt«, sagte Gohl. »Es ist eine bewusste Entscheidung, andere Werte und Lebensgestaltungen stehen zu lassen und den Menschen, der sie vertritt, zu respektieren.«

In einer demokratischen Gesellschaft hätten unterschiedlichste Meinungen und Ansichten Platz und würden auch öffentlich geäußert. »Umso wichtiger ist es, dass es Formen des Austausches und der Verständigung gibt, die nicht davon leben, den Andersdenkenden abzuwerten und zu diskreditieren«, sagte Gohl. Der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg wünscht sich »mehr Plattformen, auf denen ein respektvoller Austausch geschieht«. Es müssten mehr Medien nicht nur auf Überzeichnung und Skandalisierung setzen, sondern zur ausgewogenen Meinungsbildung beitragen.

Text der Neujahrsbotschaft des Landesbischofs

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