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Kita-Verband: »Erprobungsparagraph« sorgt für Verunsicherung

Der Berufsverband für Kita-Fachkräfte hat die Zustände in den Kitas im Südwesten am Donnerstag als verheerend und den sogenannten Erprobungsparagraphen als zusätzliche Verunsicherung bezeichnet. Mit dieser neuen Regelung wird Trägern von Kindertagesstätten ermöglicht, je nach Bedarf befristet Personalvorgaben zu lockern und so die Zahl der Erzieherinnen und Erzieher pro Gruppe zu senken. Der Landtag hatte erst am Mittwoch einem entsprechenden Gesetzentwurf mehrheitlich zugestimmt.

Landtag Baden-Württemberg
Das Gebäude des Landtags von Baden-Württemberg. Foto: Bernd Weißbrod/DPA
Das Gebäude des Landtags von Baden-Württemberg.
Foto: Bernd Weißbrod/DPA

Es gehe nur noch um Betreuung und nicht mehr um frühkindliche Bildung, kritisierte die Verbandsvorsitzende Anja Braekow. Auch seien Argumente, nach denen Baden-Württemberg bundesweit noch vergleichsweise gut dastehe, pure Augenwischerei.

»Denn was die Zahlen nicht zeigen, sind Krankheitsausfälle, Urlaubsabwesenheiten, kurzfristige Kündigungen, Fehltage wegen notwendiger Weiterbildungen, Zeiten, in denen pädagogische Fachkräfte kehren und putzen müssen, Dokumentationsarbeiten und vieles mehr«, so Braekow.

Anfang der Woche hat die Bertelsmann-Stiftung eine Studie veröffentlicht, wonach im Südwesten rund 60 000 Kitaplätze fehlen, um den Bedarf der Eltern abzudecken. Das Land erhofft sich vom Erprobungsparagraphen, dass damit Kita-Plätze erhalten und neue geschaffen werden sowie ausreichende Betreuungszeiten angeboten werden können.

© dpa-infocom, dpa:231130-99-127789/2