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Kein Nachfolger in Sicht: Neckargemünd sucht einen Fährmann

Seit Monaten ist die Stadt Neckargemünd auf der Suche nach einem Fährmann.

Neckarsteinach Neckargemünd
Foto: dpa
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NECKARGEMÜND. Findet sich kein Bewerber, droht einer historischen Verbindung über den Neckar das Aus. Seit 1933 verbindet die Wagenseilfähre das baden-württembergische Neckargemünd mit dem hessischen Neckarsteinach. »Viele Pendler nutzen die Fähre«, sagt Stadtsprecherin Petra Polte. Auch bei Touristen sei die knapp fünfminütige Fahrt über den Neckar beliebt. Kosten für Fußgänger: 80 Cent. Der jetzige Fährmann geht nach mehr als 30 Jahren im nächsten Jahr in den Ruhestand. Der Südwestrundfunk hatte zunächst über die Suche berichtet.

Auf dem ganzen Neckar gibt es nach Angaben der Stadt nur noch zwei solche Fähren, die zweite kreuzt bei Ladenburg (Rhein-Neckar-Kreis). »Das ist was für Leute, die gerne draußen sind und die Natur lieben«, beschreibt Polte die Stelle. Die Kehrseiten des Jobs: Fährleute arbeiten in der Regel sieben Tage in der Woche und zwar von 6.00 Uhr bis 20.00 Uhr. Danach haben sie eine Woche frei. »Junge Leute können sich das oft nicht mehr vorstellen, die wollen ein freies Wochenende«, sagt Polte.

Anwärter müssen ein Fährpatent vorweisen - oder bereit sein, ein solches zu erwerben. Dafür müssen sie 180 Tage auf der Fähre vorweisen und eine Prüfung ablegen. Derzeit absolviert ein Anwärter diese Ausbildung. Um sich abzuwechseln, werden aber mindestens zwei Fährmänner gebraucht. Statt den Betrieb der Fähre Neckarhäuserhof-Neckarhausen aufzugeben, könnte die Stadt auch eigene Leute einstellen. »Dann wird die Überfahrt aber sicher wesentlich teurer«, sagte Polte. Momentan verpachtet die Stadt den Betrieb.

Suchaufruf der Stadt Neckargemünd nach einem Fährmann