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Ist das Stadt-Land-Gefälle vorbei? - Flächenfaktor als Zankapfel

Flächendeckend ausgewogene Bedingungen für Bildung, Arbeit, Mobilität sind ein hehres Ziel. Bislang galt, dass dafür der ländliche Raum gestärkt werden muss. Doch das ist überholt angesichts innerstädtischer Ungleichgewichte, meint der Städtetag.

Während in ländlichen Regionen und vielen kleinen Orten immer weniger Menschen leben, verzeichnen Metropolen große Zuwächse.
Während in ländlichen Regionen und vielen kleinen Orten immer weniger Menschen leben, verzeichnen Metropolen große Zuwächse. Foto: Jens Büttner/Archiv
Während in ländlichen Regionen und vielen kleinen Orten immer weniger Menschen leben, verzeichnen Metropolen große Zuwächse. Foto: Jens Büttner/Archiv

Stuttgart/Mannheim (dpa/lsw) - Existiert im Südwesten noch ein Stadt-Land-Gefälle? Der Städtetag sieht das nicht mehr so. Denn die Lebensverhältnisse der Menschen innerhalb von Städten seien oft unterschiedlicher als die zwischen Stadt- und Landbewohnern. »Wir dürfen in der Diskussion der Förderung des ländlichen Raums die Städte nicht vergessen«, mahnte Städtetagspräsident Peter Kurz.

Der Sozialdemokrat ist auch Oberbürgermeister von Mannheim. Dort liegt das durchschnittliche Sterbealter im wohlhabendsten Stadtteil Niederfeld und im ärmsten Neckarstadt-West 13 Jahre auseinander. In Niederfeld liegt der Wert bei 82 Jahren, in der Neckarstadt-West bei 69 Jahren.

»Diese Daten lassen auf den vollkommen unterschiedlichen gesundheitlichen, sozialen und ökonomischen Status von Bewohnern ein und derselben Stadt schließen«, sagte Kurz. Finanzmittel dürften nicht den Städten entzogen und über einen Flächenfaktor im Gießkannenprinzip in ländlichen Regionen ausgeschüttet werden.

Der Flächenfaktor, der bei Mittelzuweisungen des Landes die Besiedlungsdichte berücksichtigen soll, ist von großer Sprengkraft in der Koalition und der kommunalen Familie. CDU und Gemeindetag stehen für das neue Zuteilungskriterium. Die Grünen hingegen sind auf Städtetagskurs.