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Handel geht von rund 6.000 Geschäftsschließungen aus

Der baden-württembergische Handelsverband befürchtet in den kommenden zwei Jahren rund 6.000 Geschäftsschließungen und Insolvenzen.

Unternehmenspleite
Foto: Martin Gerten/dpa Foto: Martin Gerten
Foto: Martin Gerten/dpa
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STUTTGART. Aufgrund der Coronaviruskrise geht baden-württembergische Handelsverband von rund 6.000 Geschäftsschließungen aus. Betroffen sei vor allem der Textilhandel, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbandes Baden-Württemberg, Sabine Hagmann, den Stuttgarter Nachrichten. »Da das Insolvenzrecht geändert worden ist, werden wir zum Jahresende kaum Insolvenzen sehen«, sagte sie. »Das wird sich auf das kommende oder das übernächste Jahr verschieben - und da kommt es geballt.« Sie sehe die Gefahr, dass diese Verschiebung der Insolvenzen gesunde Unternehmen mitreißen könne.

Im Textilhandel sei in den ersten sieben Monaten des Jahres im Schnitt 30 Prozent weniger Umsatz gemacht worden, weil unter anderem wegen der Corona-Pandemie Hochzeiten wegfallen und somit Anlässe, sich zum Beispiel einen Anzug zu kaufen. »Das Homeoffice verstärkt den Effekt«, sagte Hagmann. Auch Juweliere und die Beauty-Branche seien gefährdet. »Es gibt kein Weindorf, keine Feste, keine Konfirmation, keine Bälle. Und damit fehlt die Basis für Lustkäufe. Aber gerade diese Sparten leben und profitieren vom Impulskauf.«

Der Handel sorge sich vor allem um das Jahresende. »Vor Weihnachten haben wir einen Riesenrespekt, weil wir nicht wissen, was passiert«, sagte Hagmann. »Wir können unsere Kunden gerade nicht einschätzen. Wir können nur hoffen und bitten, dass sie in die Innenstädte kommen und auch dort einkaufen und nicht nur im Netz, und dort eventuell nur bei internationalen Anbietern.« (dpa)