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Gastronomie läuft nach sieben Monaten Zwangspause wieder an

Endlich! Licht am Ende des Corona-Tunnels für die Gastronomie: In einigen von der Pandemie weniger heimgesuchten Regionen des Landes dürfen bald Wirte wieder Gäste verwöhnen. Bis dahin gibt es noch einiges zu klären.

Kellner
Getränke auf einem Tablett. Foto: Sebastian Willnow
Getränke auf einem Tablett.
Foto: Sebastian Willnow

STUTTGART. Die Gastronomie im Südwesten läuft nach sieben Monaten Corona-Zwangspause langsam wieder an. Das Sozialministerium will an diesem Donnerstag eine Corona-Verordnung verkünden, die unter bestimmten Bedingungen die Bewirtung von Gästen zulässt. »Das ist eine Supernachricht, wir brauchen aber dringend die Spielregeln«, sagte Tobias Zwiener vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch in Stuttgart.

Zunächst sollen Cafés, Restaurants und Hotels nur in Regionen öffnen dürfen, deren Sieben-Tage-Inzidenz bei stabil unter 100 liegt. Die Gesundheitsämter können dann am Freitag feststellen, ob diese Marke an fünf Tagen hintereinander unterschritten wurde. Wenn sie grünes Licht geben, können die Gastronomen an diesem Samstag an den Start gehen. In Frage kommen Heidelberg mit einem aktuellen Wert von 48,3, die Kreise Emmendingen (52,9), Breisgau-Hochschwarzwald (55,8), Main-Tauber (60,2), Lörrach (83,5) sowie Freiburg (89,1). Gäste müssen laut Dehoga einen Schnelltest oder den Nachweis einer mindestens zwei Wochen zurückliegenden vollen Impfung oder einer Genesung mitbringen. Weiter gelten die üblichen Regeln zur Hygiene und zur Kontaktnachverfolgung.

Es gibt nach Worten Zwieners das Signal aus dem Ministerium, dass sowohl Außen- als auch Innenbewirtung ermöglicht werden - das wäre in Deutschland derzeit einzigartig. Die Regelung mache Sinn, weil nicht alle Gastronomen über Außenflächen verfügten, bei regnerischem Wetter ein Wechsel in Innenräume erlaubt sein müsse und die Umsätze der Außen-Bewirtung bei kühlerem Wetter draußen geringer seien, sagte der Geschäftsführer für Grundsatzfragen des Dehoga.

Vor dem Öffnen sind die Gastronomen noch mit vielen Unwägbarkeiten konfrontiert: Wie viele Mitarbeiter wollen und können sie einstellen, wie viel Ware bestellen und welches vielleicht abgespecktes kulinarisches Angebot offerieren? »Sie müssen sich vorsichtig herantasten«, meinte Zwiener. Schnellschüsse verbieten sich auch, weil nach drei Tagen Überschreiten der 100-er Marke alle wieder dicht machen müssen.

Die Branche mit 30.000 Betrieben im Südwesten, davon 6.000 Beherbergungsbetriebe, hatte vor Corona einen Jahresumsatz von 12,5 Milliarden Euro. Sie beschäftigte 140.000 sozialversicherte Menschen, 150.000 Geringverdiener sowie 35.000 Angehörige in Familienbetrieben. (dpa)