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Frühere Wimbledon-Siegerin Rybakina gewinnt Tennis-Turnier

Souverän entscheidet Jelena Rybakina das Endspiel des Sandplatz-Turniers in Stuttgart für sich. Die Kasachin wird verdiente Nachfolgerin von Tennis-Star Iga Swiatek.

Tennis: WTA-Tour - Stuttgart
Jelena Rybakina in Aktion. Foto: Marijan Murat/DPA
Jelena Rybakina in Aktion.
Foto: Marijan Murat/DPA

Die ehemalige Wimbledon-Siegerin Jelena Rybakina hüpfte nicht über den roten Sandplatzplatz, sie schrie auch nicht ihre Emotionen heraus. Ähnlich cool wie beim starken Auftritt gegen Außenseiterin Marta Kostjuk präsentierte sich die Kasachin auch nach dem verwandelten Matchball zum Titelgewinn in Stuttgart relativ unaufgeregt.

»Es war eine unglaubliche Woche«, sagte die 24-Jährige nach ihrem verdienten 6:2, 6:2-Erfolg im einseitigen Endspiel. Lächelnd hatte sie einen bunten Blumenstrauß in der Hand. Zum ersten Mal und als Nachfolgerin des polnischen Tennis-Stars Iga Swiatek trug sich die Nummer vier der Welt in die Siegerliste des glänzend besetzten Hallenturniers ein.

Rybakina ist für ihre Power und ihre Aufschlagstärke bekannt, nicht für ihre großen Gefühlsausbrüche. Die ukrainische Überraschungsfinalistin Kostjuk pfefferte dagegen den Schläger verärgert auf den Boden. Lange vergrub sie nach dem verlorenen Endspiel ihr Gesicht unter dem Handtuch.

Sie sei nach ihren langen Matches der vergangenen Tage müde gewesen, sagte die 21 Jahre alte Kostjuk. Dennoch sei sie stolz. »Es ist ein unglaubliches Jahr für uns bis jetzt«, erklärte sie an ihr Team gerichtet. Auf dem Weg ins Endspiel hatte sie drei Top-Ten-Spielerinnen nacheinander besiegt, darunter im Halbfinale die tschechische Wimbledon-Siegerin Marketa Vondrousova.

Nach dem nur 69 Minuten langen Endspiel hatte die Weltranglisten-27. der gebürtigen Russin Rybakina per Handshake gratuliert. Russischen Gegnerinnen verweigerte sie in der Vergangenheit seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine den Handschlag. »Ich bin sehr stolz, hier so viele ukrainische Flaggen zu sehen«, sagte Kostjuk.

Wie mehrere andere Spitzenprofis hatte Rybakina unter anderem auch wegen der Aussicht auf eine stärkere Förderung lange vor dem Krieg die Nation gewechselt. Das Interesse an ihrem Finaleinzug war jetzt auch in Kasachstan groß. Der Präsident des kasachischen Tennisverbands flog nach Veranstalter-Angaben spontan nach Stuttgart, der Botschafter reiste aus Berlin an. Dabei sind Endspiele für Rybakina keine Seltenheit. Die 24-Jährige feierte in dieser Saison bereits die Turniersiege in Brisbane sowie in Abu Dhabi und stand in Doha und Miami im Endspiel.

Dementsprechend selbstbewusst präsentierte sich Rybakina in Stuttgart. Im Halbfinale hatte die Wimbledon-Siegerin von 2022 am Samstag die polnische Weltranglistenerste Swiatek gestoppt, die in den vergangenen beiden Jahren den Titel gefeiert hatte.

Das Duell mit Kostjuk dominierte sie vor 4200 Zuschauern in der ausverkauften Halle von Anfang an. Gleich zu Beginn nahm sie der Weltranglisten-27. das Service ab. Kostjuk war oft erheblich unter Druck. Ein zweites Break zum 5:2 machte den ersten Satz zu einer klaren Angelegenheit. Kostjuk war oft chancenlos, sofern Rybakinas erster Aufschlag kam. Das einzige schwächere Aufschlagspiel Rybakinas Mitte des zweiten Satzes konnte Kostjuk nicht für sich nutzen.

»Rybakina hat diese Woche das beste Tennis gespielt«, sagte die Sportliche Leiterin des Turniers, die ehemalige Weltklasse-Spielerin Anke Huber, schon vor dem Finale. Für ihren insgesamt achten Titel wurde die Kasachin mit einem Preisgeld von 123.480 Euro und einem Sportwagen belohnt. Einen Führerschein hat sie allerdings noch nicht.

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