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Auch Mittelstädt rückt beim VfB in den Fokus

Nach Deniz Undav und Waldemar Anton trumpft auch Maximilian Mittelstädt beim VfB Stuttgart groß auf. Erreicht den Linksverteidiger dank seiner starken Leistungen bald ein Anruf vom Bundestrainer?

VfB Stuttgart - FSV Mainz 05
Stuttgarts Deniz Undav (l) und Stuttgarts Maximilian Mittelstädt jubeln nach dem 3:0 durch Undav. Foto: Harry Langer/DPA
Stuttgarts Deniz Undav (l) und Stuttgarts Maximilian Mittelstädt jubeln nach dem 3:0 durch Undav.
Foto: Harry Langer/DPA

Mit Bundestrainer Julian Nagelsmann steht Maximilian Mittelstädt vom VfB Stuttgart nach eigener Aussage »noch nicht ganz« in Kontakt. Das könnte sich bis zum 14. März aber noch ändern, denn an diesem Tag möchte Nagelsmann seinen Kader für die Testspiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am 23. März in Lyon gegen Frankreich sowie drei Tage später in Frankfurt/Main gegen die Niederlande präsentieren.

Nach Angreifer Deniz Undav und Abwehrchef Waldemar Anton rückt beim VfB zunehmend auch Linksverteidiger Mittelstädt in den Fokus - und als nächster Erfolgsgarant der Schwaben auch in Nagelsmanns Blickfeld für die anstehende Heim-EM? Sollte Mittelstädt - angefangen mit dem Auswärtsspiel am kommenden Samstag beim SV Darmstadt 98 - in den vier Partien bis zur Kader-Nominierung sein Potenzial weiter so abrufen, führt am 26-Jährigen eigentlich fast kein Weg vorbei. Zumal die Position des linken Außenverteidigers in der Nationalelf seit Jahren diskutiert wird und sich zuletzt kein Profi dort festspielen konnte.

»Das ist mir zu fordernd«, antwortete VfB-Trainer Sebastian Hoeneß auf die Frage, ob der Bundestrainer Mittelstädt überhaupt außen vor lassen könne. »Am Ende entscheidet Julian. Aber ich bin mir sicher, dass er das wahrnimmt und registriert und dann eine entsprechende Entscheidung treffen wird.«

Mittelstädt kam im vergangenen Sommer vom Absteiger Hertha BSC aus Berlin nach Stuttgart und entwickelte sich nach kleineren Verletzungsproblemen zur Stammkraft beim Champions-League-Anwärter. Sein Traum, noch auf den EM-Zug aufzuspringen, lebt. »Ich will jede Woche meine Leistung bringen, denn nur so habe ich noch eine kleine Chance«, sagte Mittelstädt, der am Sonntag beim 3:1 gegen Mainz sein zweites Saisontor erzielte und inzwischen sowohl in der Offensive als auch in der Defensive zu überzeugen weiß. »Ich muss meine Leistung bestätigen, will mir aber keinen Druck machen.«

Seit Mitte November setzt Hoeneß in jedem Spiel von Beginn an auf Mittelstädt. »Seit er gesund ist und von Anfang an spielt, spielt er auf einem sehr hohen Niveau, er verteidigt gewissenhaft, ist diszipliniert und macht richtig Spaß«, sagte der Coach.

Den Spaß wandelt sein Schützling in Leistung um. Dabei war er ursprünglich nur als Backup für Hiroki Ito, der zwischenzeitlich bei der Asienmeisterschaft für Japan im Einsatz war, geholt worden. »Wenn man mir vor einem halben Jahr erzählt hätte, wie es aktuell läuft, dann hätte ich das auch nicht glauben können«, sagte Mittelstädt. »Von daher ist es manchmal schon ein bisschen surreal.«

Unwirklich dürfte sich für den einen oder anderen aus dem VfB-Lager die Momentaufnahme auch weiterhin anfühlen. Der Fast-Absteiger der Vorsaison gewann gegen die abstiegsbedrohten Mainzer sein drittes Liga-Spiel nacheinander und meldete sich nach dem bitteren Aus im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen Bayer Leverkusen (2:3) zurück. Als Tabellendritter bleiben die Schwaben weiter voll auf Europapokal-Kurs und haben nun schon sechs Punkte Vorsprung auf RB Leipzig auf dem fünften Rang.

»Wir stehen nicht zu Unrecht da. Die Tabelle bildet schon das ungefähre Leistungsbild ab«, sagte Sportdirektor Fabian Wohlgemuth. »Das ist kein Zufall.« Die Leistungsexplosion einiger seiner Schützlinge ebenso wenig. Etwa die von Mittelstädt.

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© dpa-infocom, dpa:240212-99-959622/3