VfB Stuttgart
Interview  - Michael Reschke über den VfB Stuttgart, den Transfermarkt und den Kampf gegen den Abstieg

Reschke über den VfB Stuttgart: »Es wird brutal hart«

DAS GESPRÄCH FÜHRTE CHRISTOPH FISCHER

STUTTGART. Fünf Niederlagen in Folge und das Ausscheiden aus dem DFB-Pokal bereits im Achtelfinale haben Michael Reschke nachdenklich gemacht. Dass es in der Rückrunde um die Existenz in der Fußball-Bundesliga geht, ist dem Sportvorstand von Aufsteiger VfB Stuttgart auch klar. Was aber absolut nichts daran ändert, dass Reschke weiter Optimist bleibt: »Ich bin davon überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen.« Michael Reschke, der Rheinländer im Schwabenland, über die Bundesliga, seinen Club und Transfergeschäfte.

Auch nach fünf Niederlagen in Folge weiter absoluter Optimist: Stuttgarts Sportvorstand Michael Reschke.
Auch nach fünf Niederlagen in Folge weiter absoluter Optimist: Stuttgarts Sportvorstand Michael Reschke. FOTO: dpa
GEA: Der VfB braucht Tore. Gibt es schon Neuigkeiten an der Transferfront in Stuttgart?

Michael Reschke: Wir beschäftigen uns mit einem torgefährlichen Offensivspieler. Dass Simon Terodde zum 1. FC Köln wechseln wird, hat sich angedeutet. Das war aber ein Abschied mit erhobenem Haupt, der VfB Stuttgart wird in seinem Leben eine wichtige Position behalten. Wir sind uns mit dem FC schnell einig geworden, dort hat Simon einen langfristigen Vertrag bis 2021 erhalten.



Ihn zu behalten, war nicht wirklich eine Option nach dem eher enttäuschenden Saisonstart für ihn?

Reschke: Das Selbstvertrauen, das Selbstbewusstsein spielt für einen Stürmer eine ganz wesentliche Rolle, und es wäre bei Simon sicher besser entwickelt, wenn er zu Saisonbeginn in der Bundesliga getroffen hätte.



»Hannes Wolf ist als Cheftrainer absolut unumstritten. Da gibt es keine Kreditlinien«
 

Worauf hoffen Sie in der Rückrunde?

Reschke: Wir versprechen uns sehr viel davon, wenn Daniel Ginczek zurückkehrt. Er arbeitet wie ein Tier, er ist von seiner Einstellung her ein Profi, der uns ganz sicher helfen wird. Auch Anastasios Donis ist ein wichtiger Bestandteil unserer offensiven Planungen. Anto Grgic und Ebenezer Ofori werden uns verlassen.



Und woher kommen die notwendigen Verstärkungen in der Offensive?

Reschke: Es gibt in dieser Branche nun einmal keine Garantien und momentan auch keine Toplösungen. Einen Plan B kann ich momentan nicht bieten.



Ziemlich schade, dass es mit der Verpflichtung von Maximiliano Romero nicht geklappt hat.

Reschke: Stimmt. Maximiliano Romero war eine sehr ernsthafte Option. Aber nur bis zu einer vertretbaren finanziellen Grenze. Die Möglichkeiten von Eindhoven haben wir nun einmal nicht. Er wäre aber hundertprozentig lieber in die Bundesliga gewechselt als in die Ehrendivision. Und mir wäre es auch lieber gewesen, wenn er zu uns gekommen wäre, aber wir waren nie die Einzigen, die sich um ihn bemüht haben.



Was macht Sie so sicher, dass der VfB Stuttgart nicht absteigt?

Reschke: Wir werden in der Rückrunde die Punkte holen, die wir zum Klassenerhalt brauchen. Aber es wird brutal hart, das habe ich aber auch immer gesagt. Und entscheiden wird sich der Klassenerhalt erst mit dem 33. und 34. Spieltag. Wir haben aber das Selbstbewusstsein und auch die Klasse, um in der Bundesliga zu bleiben. Davon bin ich felsenfest überzeugt.



Benjamin Pavard hat sich auch zum Bleiben entschlossen.

Reschke: Richtig. Ich finde es sehr gut, dass sich Benjamin Pavard für uns entschieden hat. Bis 2021. Und ich darf sagen, dass viele Vereine sich um ihn bemüht haben. Er ist ein französischer Nationalspieler, er wird zur Weltmeisterschaft nach Russland fahren, ein Klassemann. Und er hat sich zu keinem Moment damit beschäftigt, den VfB zu verlassen.



Cenk Tosun von Besiktas Istanbul ist keine Option?

Reschke: Nein. Wir suchen intelligente Lösungen, unsere Möglichkeiten am Markt sind absolut vorhanden. Aber ein Spieler wie Tosun ist eine Kategorie, die für uns nicht finanzierbar ist. Wir wollen und werden uns offensiv verbessern. Neben Ginczek rechne ich fest mit Donis und der Rückkehr von Carlos Mané. Wir haben Qualität im Kader. Unabhängig von möglichen und notwendigen Verstärkungen.



Trauern Sie den vergebenen Strafstößen gegen München und in Mainz noch hinterher?

Reschke: Die Elfmeter in den letzten beiden Spielen waren keine Ruhmesblätter. Die ersten 30 Minuten in Mainz habe ich außerdem als sehr enttäuschend empfunden. Aber mir war immer klar, dass unser erster Blick der Bundesliga gelten muss und nicht dem Pokal. Trotzdem, die Mentalität der Mannschaft stimmt, was nichts daran ändert, dass wir viele Gespräche führen müssen. Nach fünf Niederlagen in Folge sind kritische Fragen berechtigt. Und die werden wir stellen. Und wir werden sie beantworten.



Und wie bewerten Sie die 17 Punkte der Hinrunde?

Reschke: Die 17 Punkte, die wir haben, sind keine geschenkten Punkte. Das sind Mentalitätspunkte, darauf lege ich großen Wert.



Und auch nach fünf Niederlagen gibt es keinerlei Zweifel am Cheftrainer?

Reschke: Hannes Wolf ist als unser Cheftrainer absolut unumstritten, das Trainerteam hat bisher Hervorragendes geleistet. Da gibt es keine Kreditlinien, absolut nicht. (GEA)

Zur Person

Michael Reschke, geboren am 29. September 1957 in Frechen, studierte an der Deutschen Sporthochschule Köln, war danach Jugendtrainer, Nachwuchsleiter und Manager bei Bayer Leverkusen. 2014 Wechsel als Technischer Direktor zum FC Bayern München. Seit 5. August 2017 amtiert Reschke als Sportvorstand des VfB Stuttgart. (cfi)

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