Wetter auf der Alb - Auf den letztjährigen und kältesten Januar seit 30 Jahren folgte jetzt der wärmste Januar seit über hundert Jahren. Lediglich zwölf Tage mit Frost

Frühlingshaft ins Jahr

VON ROLAND HUMMEL

ENGSTINGEN. Der ansonsten kälteste Monat des Jahres, also der Januar, hatte heuer über drei Wochen lang außergewöhnlich milde Temperaturen, nur eine Woche lang herrschte winterliches Wetter. Auf den kältesten Januar seit 30 Jahren im Vorjahr folgte nun der wärmste Januar seit über 100 Jahren.

Es gab dreizehn Tiefs (meist aus Westen kommend), hingegen nur drei Hochs: Die milden und feuchten Luftmassen vom Atlantik bestimmten eindeutig das Wettergeschehen. Immer wieder brausten die Tiefs mit voller Kraft und daher hohen Windgeschwindigkeiten über die Region hinweg. Sturm »Burglind« und das Orkantief »Friederike« waren dabei die stärksten Windbräute mit Spitzenböen von 90 bis 100 Stundenkilometern auf der Albhochfläche. Nach Auswertung aller Daten stand fest: Dies war der wärmste und örtlich nasseste Januar auf der Mittleren Alb seit über 100 Jahren.

Maximum 18 Zentimeter Schnee

Mild mit zeitweise zweistelligen Plusgraden sowie reichlich Regen verlief die erste Woche des Jahres. Sogar die Nächte blieben bis zum 9. Januar frostfrei. Bis zur Monatsmitte dauerte das frühlingshafte Wetter weiter an. Nach acht trockenen Tagen setzten erneut kräftige Niederschläge ein, die zunehmend in Schnee übergingen.

Am 18. wurde mit 18 Zentimeter die höchste Schneehöhe des Monats gemessen, nur einen Tag später lagen in freien Lagen nur noch Schneereste. Ein extrem starker Föhnwind führte zu diesem besonderen Rekord der stärksten Schneeabnahme in einem Januar innerhalb von 24 Stunden. Nach erneut kräftigen Schneefällen am 20. und 21. Januar stieg die Schneedecke nochmals kurzfristig bis auf 15 Zentimeter an, Wintersport war aber bereits am 23. des Monats nicht mehr möglich.

Neue Tiefs mit milder Luft und Regen vertrieben den Winter nachhaltig. Bis zum Monatsende hin blieb es nachts frostfrei, tagsüber herrschte richtiges Frühlingswetter bei allerdings vielen Wolken, zeitweiligem Regen und nur wenig Sonnenschein. Mit einer mittleren Temperatur von 2,9 Grad Celsius war dieser Januar um fünf Grad wärmer als normal. Damit wurde der Jahrhundertrekord von 2007 exakt eingestellt. Im kältesten April 1973 wurden als Vergleich ebenfalls 2,9 Grad Celsius gemessen.

Neue Rekorde im Januar sind nur zwölf Frosttage und kein einziger Dauerfrosttag. Auch brachte die Engstinger Niederschlagsmenge von 181 Millimetern (das ist über das Dreifache der normalen Menge) einen neuen Jahrhundertrekord für die Mittlere Alb. Bislang standen 178 Millimeter aus Sonnenbühl/Genkingen im Jahre 2004 an erster Stelle (dort wird seit 1890 gemessen). In der meist feuchten Luft gab es acht Tage mit Nebel, die Sonne schien 45 Stunden lang - im Vergleichsmonat des Vorjahres schien sie 88 Stunden. (GEA)

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