Spendenparlament - Der neue Vorstand will direkt auf Unternehmen und Bürgermeister zugehen

»Wir werden zu wenig wahrgenommen«

VON JÜRGEN SPIESS

REUTLINGEN. Das Reutlinger Spendenparlament hat mit Christiane Köster-Wagner (Vorsitzende) und Jutta Fundel (stellvertretende Vorsitzende) einen neuen Vorstand sowie mit Eberhard Schwille einen Schatzmeister gewählt. Bei einem Pressegespräch stellte die seit Januar amtierende Führungsmannschaft jetzt ihre Pläne und Ziele vor.

FOTO: Jürgen Spiess
Seit dem Jahr 2000 kämpft das Spendenparlament gegen gesellschaftliche Ausgrenzung, Armut und Isolation und unterstützt unter anderem Flüchtlinge und hilfebedürftige Frauen. Gut 654 500 Euro hat der 135 Parlamentsmitglieder starke Verein in diesen 18 Jahren über Mitgliederbeiträge, Geld- und Sachspenden von Einzelpersonen und Unternehmen und insbesondere über den Spendenmarathon eingesammelt und damit insgesamt 225 Projekte unterstützt.

Trotz dieser Erfolge wird das Spendenparlament, das in Baden-Württemberg ein Alleinstellungsmerkmal hat, »in der Stadt leider zu wenig wahrgenommen«, beklagt sich die neue Vorsitzende Christiane Köster-Wagner, die das Amt von Annette Lachenmann übernommen hat.

Die beiden Vorsitzenden haben sich für die Zukunft auf die Fahnen geschrieben, dies zu ändern, indem die Öffentlichkeitsarbeit und Werbemaßnahmen intensiviert werden: »Wir wollen in der öffentlichen Wahrnehmung sichtbarer werden«, so Köster-Wagner. Dazu gehöre, direkt auf Unternehmen und Bürgermeister des Landkreises Reutlingen zuzugehen und weitere Mitglieder - vor allem junge Erwachsene - zu ermutigen, in das Parlament einzutreten.

Bisher sind es eher ältere Bürger, die dem Spendenparlament angehören und in einem demokratischen Verfahren an der Vergabe der Spendengelder beteiligt sind. Zusätzlich ist geplant, sich mit den rund 25 in Deutschland bestehenden Spendenparlamenten stärker auszutauschen, um neue Impulse und Ideen zu erhalten. Wichtig ist den beiden Vorsitzenden weiterhin, »auf die Nachhaltigkeit der geförderten Projekte zu achten«, so die stellvertretende Vorsitzende Jutta Fundel. Zwei dieser unterstützten Projekte sind die Internationale Elternschule Ferda und der Verein Wirbelwind, die ihre Arbeit vorstellen.

Die Einrichtung Ferda international, deren Name »Zukunft und Morgen« bedeutet, stehe für Begegnung, Bildung und Beratung und verhelfe Menschen unterschiedlichster Nationen und Lebenswelten zu Bildungs- und gesellschaftlicher Teilhabe und Mitgestaltung, so Projektleiterin Susanne Stutzmann.

Nachfrage steigt

Gestartet ist die Einrichtung mit einer türkisch-deutschen Elternschule, doch in den letzten zehn Jahren hat sie sich kontinuierlich weiterentwickelt und erreicht inzwischen mit ihren Kursangeboten und Formaten Bevölkerungsgruppen ohne und mit Migrationshintergrund: »Vor allem Anfragen nach hoch qualifizierten Sprachkursen nehmen stark zu«, so Stutzmann, die für die Zukunft unter anderen die Einrichtung einer Kleinkind-Elterngruppe und einer Männer- und Vätergruppe plant.

Auch der Verein Wirbelwind, der sich gegen ungewollte sexuelle Annäherungen und Gewalt gegen junge Erwachsene richtet, besteht bereits seit 25 Jahren. Petra Lever und Silvia Schwarzmann und ihre Mitarbeiterinnen bieten Beratung, Gesprächsrunden sowie Selbsthilfegruppen und unterstützen auch Mädchen und Frauen mit Fluchterfahrung. (GEA)



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