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Schultheater - Wilhelm-Hauff-Realschüler spielen eine moderne Version von »Alice im Wunderland«. Letztes Stück unter der Leitung von Beate Döring

Mut zum Träumen

PFULLINGEN. »Alice bringt den Mut auf, sich in eine komplett andere Welt zu begeben. Sie zeigt uns, dass wir alle daran gewinnen können, wenn wir unsere Träume und Fantasien ernst nehmen.« Mit diesen Worten nahm Beate Döring bereits die viel zitierte Moral der Geschichte vorweg, die die jungen Darsteller der Theater-AG der Wilhelm-Hauff-Realschule anschließend auf die Bühne brachten. Die Entscheidung, das kultige Stück »Alice im Wunderland« zu spielen, haben die Schüler selbst getroffen. Am Mittwochabend feierten sie mit dem großen Klassiker des Nonsens in der WHR-Mensa Premiere. Und um es mit den Worten ihrer scheidenden AG-Leiterin zu sagen: Die Schüler haben sich mutig darauf eingelassen - und gewonnen.

»Alles selbst gemacht«, so hätte die Überschrift für den Theaterabend lauten können. Fast alles zumindest, denn das Drehbuch war eingekauft. Mit ihm kam eine moderne Inszenierung des mehr als 150 Jahre alten Stoffes auf die Bühne der WHR-Mensa, mit jugendlicher Sprache, so mancher unbekannten Figur und einer abweichenden Abfolge der Abenteuer, die Alice ohne Pause durchleben muss.

Viele starke Szenen

So ganz wollten sich die Realschüler aber nicht vom Original wegtreiben lassen und schrieben deshalb auf eigene Faust den verrückten Hutmacher zurück ins Drehbuch, der in der Neufassung eigentlich nicht mehr vorkam - eine gute Entscheidung.

Ansonsten war tatsächlich alles selbst gemacht, etwa das Bühnenbild von Lehrerin Christina Hartig oder die Bühnentechnik, die dank eines sechs Köpfe starken Teams nicht nur für Licht auf der Bühne und Mikro-Headsets an den Schauspielern sorgte, sondern als Highlight auch den Sturz von Alice in die Tiefe unter dem Baum möglich machte, indem sie Hauptdarstellerin Mona Stotz über der Bühne von der Decke abseilten.

Das und viele weitere starke Szenen begeisterten nicht nur mehr als 100 Zuschauer, sondern auch Schulleiter Jochen Wandel. Einem solch großen Ensemble - mehr als 30 Schüler aus vier Klassenstufen - hätte man eigentlich eine größere Bühne bauen müssen, sagte er nach der Vorstellung und dankte allen Beteiligten. Ein besonderer Applaus gebührte am Mittwochabend allerdings einer Einzelnen, nämlich AG-Leiterin Döring. Nach 17 Jahren war die Alice-Aufführung ihr letztes Stück. Für diese Leistung bekam sie anhaltenden Beifall und einen Theatergutschein zum Dank.

Mona Stotz, Mark Mende und Noemi Bomperola - die beiden Letzteren spielten im Stück das Königspaar - überreichten Döring zudem ein Kissen, auf das ein Foto der ersten gemeinsamen Probe gedruckt war. Auch die drei Zehntklässler nahmen an diesem Abend nach vier Jahren in der AG wegen ihres nahenden Abschlusses Abschied von der Bühne. Ihnen werden viele motivierte Nachwuchstalente aus den jüngeren Klassen folgen, das hat der Mittwochabend gezeigt. Ob sich jemand für den Platz der AG-Leitung finden und das Erbe von Beate Döring antreten wird, ist noch offen. (mahe)







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