Filmtheater - Die fusionierte Volksbank Ermstal-Alb zur Nutzung ihres Metzinger Areals und zur Zukunft des Luna

Volksbank-Parkplatz statt Kino?

VON MARTIN BERNKLAU

METZINGEN. Noch ist Zeit. Zwei Jahre. Aber das Luna Filmtheater unter der Regie des Stadtjugendrings Bad Urach fürchtet um seine Zukunft und um den traditionsreichen Kinostandort an der Eisenbahnstraße.

FOTO: Markus Pfisterer
Denn auch die Volksbank Ermstal-Alb hat direkt am Bahnhofsvorplatz ihre Zentrale. Und sie ist die Eigentümerin und Mietherrin des benachbarten Grundstücks mit dem Kino. Vom Jahr 2020 an möchte sie nur noch Einjahresverträge für dieses abschließen.

Sehr rechtzeitig hat Thorsten Hail vom Stadtjugendring Alarm geschlagen und das Thema im vergangenen November an den Metzinger Gemeinderat herangetragen. Dort stieß er fraktionsübergreifend auf offene Ohren, als einstimmig der städtische Zuschuss von jährlich 15 000 Euro an das Luna für weitere zwei Jahre verlängert wurde - bis genau zu jenem Stichtag Ende 2019. Rückhalt kam auch vom Oberbürgermeister: »Wir sind im engen Dialog«, versicherte Dr. Ulrich Fiedler in der Sitzung, »und wollen das Kino in dieser Qualität erhalten.«

»Wir wissen noch nicht, was wir vorhaben, und müssen uns deshalb alle Möglichkeiten offenhalten«
 
Die Metzinger Volksbank ist seit dem Jahr 2000 mit der Schwesterbank aus Bad Urach fusioniert und hat 2015 noch einmal Zuwachs durch die Volksbank Alb mit ihren Filialen von Trochtelfingen über Lichtenstein bis St. Johann bekommen. Für inzwischen 26 Geschäftsstellen und gut 300 Mitarbeiter ist Metzingen nun die Zentrale und braucht deshalb »an diesem Standort womöglich mehr Platz«. Darauf weist Karl Herrmann hin, der im Vorstand der Genossenschaftsbank für die Gebäude und Liegenschaften verantwortlich ist: »Da ist Einiges im Fluss«, bestätigt er.

Die Metzinger Baubürgermeisterin Jacqueline Lohde hat Mitte Dezember wegen eines »Gesamtkonzepts Bahnhofsvorplatz« bei der Volksbank angefragt. Auch die Stadt wird zunächst von dem ausgehen müssen, was für Bankvorstand Karl Herrmann der aktuelle Stand ist: »Wir wissen noch nicht, was wir vorhaben, und müssen uns deshalb die Möglichkeiten offenhalten.« Er bestätigt, dass seitens der fusionierten Genossenschaftsbank auch überlegt wird, ob man das Kino-Gelände »vielleicht für zusätzliche Mitarbeiter-Parkplätze« benötige. Die zugespitzte Frage »Parkplatz statt Kino?« stelle sich aber noch nicht, wehrt der Bankvorstand ab. Um sich jedoch alle denkbaren Optionen zu erhalten, habe man beschlossen, auf dem zentralen Areal »keine längerfristigen Prolongationen« mehr einzugehen. Für das Luna und den Stadtjugendring als Betreiber bedeute das: »Wenn der Vertrag zum 31. Dezember 2019 ausläuft, können wir nur noch einen einjährig befristeten Vertrag anbieten«.

Das sei ja »nicht gleich das Ende für das Kino«, meint Karl Herrmann. Aber für den Stadtjugendring, der auch das Forum 22 in Bad Urach betreibt, heiße das: »Eine längerfristige Garantie können wir nach heutigem Stand nicht geben.« Bei der Bank habe man »noch kein festes Konzept für die Metzinger Stadtmitte und den Bahnhofsvorplatz«. Die Volksbank aber sei »natürlich auch gegenüber der Stadt immer offen für Gespräche«. (GEA)











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