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Neuvorstellung - Kompakter Volvo XC 40 fährt zunächst als Benziner T5 AWD und als Diesel D4 AWD vor

SUV für Stadt und Schnee

VON IRIS KREPPENHOFER

BERCHTESGADEN. Die Kolonne aus nagelneuen Volvo XC 40 wartet am Fuß des Berges, bis der Vordermann den mit Schnee und Eisplatten bedeckten Steilhang überwunden hat. Der Nächste bitte! Zunächst lässt »Snow Trainer« Walter Lechner alle den zweiten Gang einlegen, was schon beim Anfahren viel Gefühl im Gasfuß erfordert, um ohne durchdrehende Reifen vom Fleck zu kommen. Und bergauf wirken die Fahrer auch etwas angestrengt auf der Suche nach Grip zwischen den vereisten Stellen.

Doch was für ein Unterschied, als Ex-Rennfahrer Lechner die Teilnehmer des Volvo-Wintertrainings im Berchtesgadener Land dazu auffordert, in den Offroad-Modus des SUV zu wechseln. Fast spielend fährt sich der Kompaktklässler nach oben - und ebenso hinunter. Denn die Bergabfahrhilfe erleichtert bei einem Tempo von bis zu sieben km/h steile Talfahrten, insbesondere in verschneitem Offroad-Gelände. Nur lenken sollte der Fahrer noch selbst.

Der schwedische Hersteller, der zwar von Chinesen übernommen wurde, aber laut Insidern relativ frei an der langen Leine agieren kann, stellte dem meistverkauften kompakten Premium-SUV in Europa, dem XC 60, den kleineren XC 40 zur Seite, um »ein städtetaugliches SUV« bieten zu können. Schließlich sind die Sports Utility Vehicle so be-liebt, dass sie im Oktober 2017 erstmals zum meiste verkauften Segment auf dem deutschen Markt wurden - was bis dahin die Kompaktklasse war. Vor allem ältere Zeitgenossen schätzen die erhöhte Sitzposition. Der XC 40 wird im belgischen Gent produziert.

Heute beginnt der Verkauf bei den Händlern. Zum Start gibt es zunächst den stärksten Benziner T5 AWD und den kraftvollsten Diesel D4 AWD. Der Einstiegsdiesel D3 und die kleineren Benziner T3 und T4 sollen im Mai folgen, später auch ein Plug-in-Hybrid und neue Elektromotoren.

Kraftvoll und spurtstark

Sehr kraftvoll ist der T5 Allrader unterwegs, 182 kW/247 PS bringen den Zweiliter-Benziner mit Achtgang-Geartronic spurtstark voran. Wer sich anfangs fragte, warum bei so vielen Gängen, die nahtlos automatisch wechseln, noch Schaltwippen am Lenkrad sind, versteht dies spätestens, wenn »Schneetrainer« Lechner zum Drift im zweiten Gang aufruft. Im winterlichen Parcours um Hütchen zu steuern und dabei wegzudriften macht zwar Laune und die Kurverei im Offroad-Modus wird fast langweilig, aber dann hält der Wagen brav die Spur.

Auf Asphalt bieten sich der sportliche Dynamic-Modus und der für Langstrecken gemütlichere Comfort-Modus auf Tastendruck an. Im Stadtverkehr ist der benzinsparende Eco-Modus erste Wahl, was sich in einem deutlich schwächeren Beschleunigungsverhalten äußert. Wir benötigten bei einer Überlandfahrt mit wenig Stadtverkehr im Schnitt achteinhalb Liter. Und: Der Diesel D4 AWD wirkte schwerfälliger, der T5 spricht schneller aufs Gas an.

Heck-Notbremsassistent

Zu den Sicherheitsfeatures, die in der Topausstattungslinie R-Design zuhauf serienmäßig an Bord sind, zählt der neue Notbremsassistent am Heck. Beim rückwärts Ausparken an unübersichtlichen Stellen ist es hilfreich, wenn das Auto bei plötzlich auftauchendem Querverkehr automatisch ab-bremst. Ansonsten ist das SUV durch seine kompakten Ausmaße wirklich städtetauglich.

Als Zielgruppe nennt der Leiter der Produktkommunikation, Michael Schweitzer, junge Paare, kinderlos oder mit einem Kind. Das könnte für diese zur Preisfrage werden, denn der XC 40 kostet mindestens 35 100 Euro (T3). Doch der Geschäftsführer von Volvo Deutschland, Thomas Bauch, ist zuversichtlich: »Wir wollen weiter wachsen.« So soll ab Juli auch die 60er-Baureihe erneuert werden. (GEA)

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