Leserbriefe
Sozialer Wohnungsbauper E-Mail

»Geglaubt wird in der Kirche«

Liebe Pfullinger, vor Kurzem wurden wir Anlieger Lerchenstraße, Im Entensee und Vertreter von Gewerbebetrieben im Gebiet Sandwiesen zu einer Informationsveranstaltung wegen Schaffung von günstigem Wohnraum für den 1. Februar vom Amtsleiter für öffentliche Ordnung, Herrn Wolf und dem Stadtbaumeister Herrn Oehrle, ins Rathaus eingeladen.

Keine Frage: Pfullingen braucht bezahlbaren Wohnraum. Der Bau dieses sozialen Wohnraumprojekts scheint schon beschlossen. Es sind im 1. Bauabschnitt drei dreistöckige Gebäude für bis zu 90 Personen geplant.

Zum Thema günstig: Alleine die Bodenplatte, welche benötigt wird, muss bis zu 16 Meter tief im Boden verankert werden, da im Untergrund Tuffsand ist. Die Kosten für den Bau belaufen sich auf kostengünstige 3,8 Mio. Euro. Das Baugebiet liegt im Hochwassergebiet 100. Für die bebaute Fläche muss an anderer Stelle genauso viel Volumen an Erdreich abgetragen werden. Diese Kosten sind noch gar nicht mit gerechnet.

Herr Wolf berichtete uns von einem qualitativ hochwertigen Bau für Sozialschwache. In Wirklichkeit handelt sich um eine Holzbauweise. Es ist eine billige Bauweise. Die Belegung erfolgt laut Herrn Wolf durch Familien, Obdachlose und Flüchtlinge. Aber wer zieht hier wirklich ein? Herr Wolf sprach von Familien. Ein Gemeinderat erklärt, für Familien ist dieses Vorhaben nicht geplant. Der Architekt sprach in der Gemeinderatssitzung am 6. Februar nur von Flüchtlingen.

Eine Erschließung durch das Gebiet Sandwiesen, wie ursprünglich geplant, ist nicht mehr sicher, da umliegende Betriebe Bedenken geäußert haben. Eine Erschließung über die Lerchenstraße wird nicht ausgeschlossen. Damit würde der Fahrradweg gekreuzt werden. Dieses Projekt ist in Pfullingen weitgehend unbekannt und soll, wenn möglich, bis Herbst 2018 verwirklicht werden. Warum diese Heimlichtuerei, wenn doch sozialer Wohnungsbau geplant ist. Das hierzu auch Menschen aus anderen Ländern zählen ist keine Frage.

Der Pfullinger Gemeinderat hat der Empfehlung, die Planung zur Umsetzung voranzutreiben, einstimmig zugestimmt.

Unsere Sorge, dass hier, auf dem Schulweg und den Weg ins Freibad in erster Linie eine Flüchtlingsunterkunft entstehen soll, konnte weder die Infoveranstaltung noch die öffentliche Gemeinderatssitzung, nehmen.

Wie uns Herr Wolf mitgeteilt hat: »Geglaubt wird in der Kirche.« Wir glauben Ihnen nicht. Die Anwohner und Nutzer des Radwegs haben ein Recht darauf ehrlich und ausführlich informiert zu werden und nicht durch eine Hauruckaktion vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.

Dorothee Werneck, Pfullingen



Das könnte Sie auch interessieren
Leserbriefe

An unsere Leser

Wir freuen uns über jede Zuschrift. Bitte fassen Sie sich kurz, nur so können wir eine Vielzahl von Meinungsbeiträgen berücksichtigen. Auswahl und Kürzung von Beiträgen behalten wir uns ausdrücklich vor.

Bitte geben Sie bei jeder Einsendung, auch bei Zuleitung per E-Mail, Ihre volle Anschrift sowie Ihre Telefonnummer an. Anonyme Zuschriften veröffentlichen wir grundsätzlich nicht.

E-Mail: leserbriefe@gea.de
lesen »
Mitarbeiter gesucht!
  • Stellenanzeigen werden geladen...


Aktuelle Beilagen