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Stuttgarter Oberbürgermeister Kuhn tritt nicht wieder an

Er ist Gründungsmitglied der Grünen und war früher Bundesvorsitzender der Partei, als erster Grüner wurde er Oberbürgermeister einer Landeshauptstadt. Nun kündigt er an, dass er es in Stuttgart bei einer Amtszeit bleibt - der Schritt kommt überraschend.

Fritz Kuhn
Basta! Fritz Kuhn (Bündnis 90/Die Grünen), Oberbürgermeister von Stuttgart, tritt nicht mehr zur Oberbürgermeister-Wahl im Herbst an. Foto: Tom Weller/dpa
Basta! Fritz Kuhn (Bündnis 90/Die Grünen), Oberbürgermeister von Stuttgart, tritt nicht mehr zur Oberbürgermeister-Wahl im Herbst an. Foto: Tom Weller/dpa

Stuttgart (dpa) - Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) tritt nicht für eine zweite Amtszeit an. Für seine Entscheidung führte er am Dienstag in Stuttgart persönliche Gründe an.

Der 64-Jährige erklärte, dass er am Ende einer zweiten Amtszeit 73 Jahre alt gewesen wäre. In dem Alter frage man sich, ob man noch einmal etwas anderes machen wolle. Kuhn hatte sein Amt vor sieben Jahren als erster Grünen-OB einer Landeshauptstadt angetreten. Er ist Gründungsmitglied und ehemaliger Bundesvorsitzender der Partei und leitete früher die Grünen-Fraktionen im Stuttgarter Landtag und im Bundestag.

Die Stuttgarter stimmen am 8. November dieses Jahres über ihren künftigen Oberbürgermeister ab. Kuhn hinterlässt in der baden-württembergischen Landeshauptstadt viele noch nicht abgeschlossene Projekte, deshalb war eigentlich mit einer erneuten Kandidatur gerechnet worden.

Der Grünen-Politiker hatte bei seinem Amtsantritt den Wohnungsmangel in der Landeshauptstadt »zur Chefsache erklärt«, die Immobilien- und Mietpreise steigen aber in wenigen Städten so stark wie in Stuttgart. Er hatte das zurückgehende, aber nach wie vor deutliche Feinstaub- und Stickoxid-Problem in den Griff bekommen wollen. In die kommende Amtszeit würde auch der bislang geplante Abschluss des Bahn-Großprojekts Stuttgart 21 fallen.

In Stuttgart können die Grünen bei der anstehenden Abstimmung auf ihr starkes Abschneiden bei der jüngsten Kommunalwahl bauen. Im vergangenen Mai hatte die Partei die CDU im Gemeinderat überholt und war stärkste Kraft geworden. Kuhn musste allerdings auch Kritik als Stadtoberhaupt einstecken. Bei einer Forsa-Umfrage im Mai 2018 stellten ihm rund 56 Prozent der Stuttgarter ein nur mäßiges Zeugnis aus und zeigten sich unzufrieden mit seiner Amtsführung.

CDU und SPD haben sich bislang nicht zu eigenen Kandidaten im Rennen um das Rathaus geäußert. Einzig Marian Schreier, der SPD-Bürgermeister der Stadt Tengen im Kreis Konstanz, hat bereits als Bewerber seinen Hut in den Ring geworfen. Er kann aber derzeit nicht auf die Unterstützung des Kreisvorstands der SPD Stuttgart zählen.

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