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Opel-Chef erwartet in diesem Jahr stärkeren Absatz

Im europäisch-amerikanischen Stellantis-Konzern ist Opel nur noch eine von 14 Automarken. Eine klare Ausrichtung auf Elektroantriebe soll die deutsche Tochter nach vorne bringen.

Opel-Geschäftsführer Florian Huettl
Florian Huettl, Geschäftsführer der Opel Automobile GmbH, posiert in der Unternehmenszentrale neben einem Opel Astra. Foto: Arne Dedert
Florian Huettl, Geschäftsführer der Opel Automobile GmbH, posiert in der Unternehmenszentrale neben einem Opel Astra.
Foto: Arne Dedert

Der neue Opel-Chef Florian Huettl rechnet in diesem Jahr mit einem höheren Absatz. »Es zahlt sich aus, dass Opel voll auf elektrische Antriebe setzt«, sagte der Manager am Stammsitz Rüsselsheim der Deutschen Presse-Agentur. Dazu werde auch das Kompaktmodell Astra beitragen, das erstmals über ein ganzes Jahr im Verkauf stehe und zudem ab Frühjahr auch in einer vollelektrischen Version bestellbar sei.

Im vergangenen Jahr habe die Stellantis-Tochter unter anderem wegen des Teilemangels ihr Potenzial nicht voll umsetzen können. »Viele Kunden warten noch auf ihr Auto«, sagte Huettl. »Ich bin mir sicher, dass 2023 hinsichtlich der Verfügbarkeit von Komponenten und Logistikkapazitäten besser laufen wird.«

17 Milliarden Euro Gewinn

2022 wurden von der einzigen deutschen Marke im Stellantis-Konzern in Europa (EU, EFTA, UK) gut 428.000 Pkw neu zugelassen worden, ein Minus von 12 Prozent. Der Marktanteil ging dem europäischen Autoverband Acea zufolge um 0,3 Punkte auf 3,8 Prozent zurück.

Der aus den Herstellern PSA und Fiat-Chrysler fusionierte Mutterkonzern Stellantis hatte am Mittwoch trotz eines leicht geschrumpften Absatzes starke Zahlen präsentiert. Bei einem Rekordumsatz von fast 180 Milliarden Euro machte der hinter Volkswagen zweitgrößte Autokonzern Europas unter dem Strich 17 Milliarden Euro Gewinn.

Zum Anteil des Marken-Duos Opel-Vauxhall an diesem Erfolg macht Huettl keine detaillierten Angaben. »Opel ist nachhaltig profitabel und liefert einen signifikanten Beitrag zum Konzernergebnis.« Mit den deutschen Produktionsstandorten Eisenach und Rüsselsheim sei man inzwischen sehr zufrieden. Die Mannschaften machten einen sehr guten Job. Es müsse aber noch weiter an der Wettbewerbsfähigkeit gearbeitet werden. Die deutschen Standorte litten unter anderem unter sehr hohen Energiekosten.

Neue Jobs in Kaiserslautern

Eisenach habe im vergangenen Jahr besonders stark unter dem Teilemangel gelitten, aber trotz aller Widrigkeiten hervorragende Qualität geliefert, meinte der Opel-Chef. Dazu habe auch eine sehr konstruktive Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretern beigetragen. In Kaiserslautern entstünden neben dem bisherigen Teilewerk rund 2000 neue Arbeitsplätze in der vom Gemeinschaftsunternehmen ACC geplanten Batteriezellenfabrik, die ab 2025 liefern soll.

Das Opel-Stammwerk in Rüsselsheim habe bereits eine große Transformation gemeistert und noch ein Stück Weg vor sich, meinte Huettl. Die Entscheidung, hier das Volumenmodell Astra in allen Antriebsvarianten und den DS 4 im Zweischichtbetrieb zu bauen, sei ein großer Vertrauensbeweis. »Rüsselsheim ist nachhaltig stark ausgelastet.« Am Main sollen künftig auch Batterien für andere Stellantis-Werke endmontiert werden.

Nachfolgemodell für SUV Grandland geplant

Opel will nach eigenen Angaben ab 2028 in Europa nur noch vollelektrische Autos anbieten. Im Konzern sei Opel die dynamischste Elektromarke, sagte Huettl. Dass im Moment noch zwei neue Plug-in-Hybride eingeführt werden, widerspreche dem nicht, denn die Kombination aus Verbrenner- und Elektromotoren sei für viele Kunden eine wichtige Übergangstechnologie.

Ein Nachfolgemodell für den in Eisenach gebauten SUV Grandland ist in Planung. Das Segment sei im europäischen Automarkt extrem wichtig und biete für Opel sicher noch mehr Potenzial. Zur Mitte des Jahrzehnts will Opel eine Neuinterpretation des einstigen Kultmodells Manta auf den Markt bringen und vorher noch einen Nachfolger des 2022 eingestellten Flaggschiffs Insignia.

© dpa-infocom, dpa:230226-99-743101/3