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Nach US-Importverbot: Ölpreise steigen deutlich

Am Dienstag kündigte US-Präsident Biden an, dass die USA kein Rohöl aus Russland mehr importieren werden. Das macht sich nun auch in den Preisen bemerkbar - sie ziehen erneut stark an.

Ölpreise
Die USA wollen kein russisches Rohöl mehr importieren - das wirkt sich auch auf die Ölpreise aus. Foto: Jacob Ford
Die USA wollen kein russisches Rohöl mehr importieren - das wirkt sich auch auf die Ölpreise aus.
Foto: Jacob Ford

Ein Importverbote der USA für russisches Rohöl hat die Ölpreise am Dienstag deutlich steigen lassen. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 131,41 US-Dollar. Das waren 8,21 Dollar mehr als am Montag.

Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 7,91 Dollar auf 127,21 Dollar. Am Montag war der Brent-Preis noch kurzzeitig bis auf rund 139 Dollar gestiegen, WTI hatte in der Spitze mehr als 130 Dollar gekostet.

Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine erließen die USA ein Importverbot für Rohöl, Erdgas und Energie aus Russland. Das sagte US-Präsident Joe Biden im Weißen Haus. Zudem will Großbritannien bis Ende 2022 seine russischen Ölimporte auslaufen lassen. Die Entscheidungen trieben die Ölpreise weiter nach oben.

Berlin und EU wollen nicht nachziehen

Deutschland und die EU-Staaten werden sich an den Maßnahmen nicht beteiligen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte am Dienstag vor einem starken Wirtschaftseinbruch im Fall eines Embargos für Öl und Gas aus Russland gewarnt. »Wir reden dann über eine schwere Wirtschaftskrise in Deutschland und damit in Europa«, sagte der Grünen-Politiker den Sendern RTL und ntv. Er betonte, die Situation sei nicht vergleichbar mit den USA. »Das wissen auch die Amerikaner.«

Opec-Generalsekretär Mohammed Barkindo warnte, dass die weltweite Erdölförderung nicht ausreiche, um einen kompletten Ausfall Russlands auszugleichen. Russland gehört dem erweiterten Verbund Opec+ an, der seine Produktion seit längerem schrittweise und moderat ausweitet. Fatih Birol, Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), sagte, man könne zusätzliche Ölreserven freigeben, falls dies erforderlich werden sollte.

© dpa-infocom, dpa:220308-99-437986/2