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Erster Groß-Waldbrand des Jahres in Spanien

Temperaturen von über 20 Grad und Trockenheit begünstigen die Feuer. Anwohnerinnen und Anwohner müssen vorsorglich ihre Wohnungen verlassen.

Waldbrand in Spanien
Die Flammen breiten sich in der Nähe des Dorfes Villanueva de Viver in Aragonien aus. Foto: Lorena Sopêna
Die Flammen breiten sich in der Nähe des Dorfes Villanueva de Viver in Aragonien aus.
Foto: Lorena Sopêna

Der erste große Waldbrand des Jahres in Spanien hat im Osten des Landes bereits fast 4000 Hektar zerstört. Bei der Bekämpfung des an der Grenze der Regionen Aragonien und Valencia ausgebrochenen Feuers seien aber am Freitagnachmittag erste bedeutende Fortschritte erzielt worden, berichteten der staatliche Fernsehsender RTVE und weitere spanische Medien unter Berufung auf die Behörden.

Rund 1500 Menschen waren vorsorglich aus Häusern in mehr als zehn Ortschaften der Provinzen Castellón und Teruel in Sicherheit gebracht worden. »Man hat uns gesagt, wir sollten schnellstens raus. Wir haben einen Schlafanzug geschnappt und das war's«, sagte eine sichtlich beunruhigte ältere Frau RTVE. Der Bürgermeister des evakuierten 550-Einwohner-Ortes Montanejos, Miguel Sandalinas, sagte: »Wir sind alle sehr besorgt.«

Bis zum Nachmittag wurden nach amtlichen Angaben mehr als 3800 Hektar Waldfläche zerstört - das entspricht der Fläche von etwa 5500 Fußballfeldern. Die Flammen hätten sich von Beginn an rasant ausgebreitet, sagte der Regierungschef der Region Valencia, Ximo Puig. Es gab zahlreiche Stromausfälle, mehrere Landstraßen waren gesperrt.

Brandsaison hat eigentlich noch nicht begonnen

Das Feuer weckte auch in Brüssel Sorgen. Am Rande des EU-Gipfels sagte der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez, der erste Großbrand des Jahres sei noch vor der eigentlichen Brandsaison ausgebrochen. Die Zentralregierung in Madrid werde Mittel zur Verfügung stellen, um die Flammen zu löschen und das betroffene Gebiet wiederherzustellen.

Die Löscharbeiten wurden laut dem Wetterdienst Aemet von starken Winden, geringer Luftfeuchtigkeit und den relativ hohen Temperaturen von mehr als 20 Grad erschwert. Nach amtlichen Angaben waren am Freitag rund 20 Hubschrauber und Löschflugzeuge sowie Dutzende Bodeneinheiten der Feuerwehr, der Militärischen Nothilfe-Einheit UME, des Zivilschutzes und des Notfalldienstes Samu im Einsatz.

2022 war für Spanien das verheerendste Waldbrand-Jahr seit Beginn der Erfassungen des Europäischen Waldbrandinformationssystem EFFIS gewesen. Nach Messungen des europäischen Erdbeobachtungssystems Copernicus wurde im vorigen Jahr bei 493 größeren Bränden eine Fläche von gut 306.000 Hektar zerstört. Das sind über 3000 Quadratkilometer. Zum Vergleich: Das Saarland hat eine Fläche von knapp 2570 Quadratkilometern.

© dpa-infocom, dpa:230324-99-72174/5