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Hat der Mond auch eine dunkle Seite?

Peking (dpa) - Die sogenannte Rückseite des Mondes galt lange als Mysterium, denn von der Erde aus ist sie nicht sichtbar.

Rückseite des Mondes
Erstmals in der Geschichte ist eine Raumsonde auf der Rückseite des Mondes gelandet. Foto: /CNSA/XinHua
Erstmals in der Geschichte ist eine Raumsonde auf der Rückseite des Mondes gelandet. Foto: /CNSA/XinHua

Dauerhaft dunkel aber ist die der Erde abgewandte Seite unseres Trabanten deshalb noch lange nicht - auch wenn spätestens seit Pink Floyds legendärem Rock-Album »The Dark Side of the Moon« von 1973 immer wieder über eine »dunkle Seite des Mondes« fantasiert wird.

Fakt ist: Der Mond dreht sich so um die Erde, dass er ihr immer dieselbe Seite zuwendet. Eine Umrundung dauert rund vier Wochen. Innerhalb dieser Zeit bestrahlt die Sonne reihum alle Seiten des Mondes. Bei Vollmond wird die der Erde zugewandte Seite des Mondes erhellt, bei Neumond die abgewandte.

Das Prinzip lässt sich leicht prüfen: Ein Püppchen, das um einen Apfel kreist und ihm dabei immer das Gesicht zuwendet, wird einmal von vorne und einmal von hinten direkt von dem Licht bestrahlt, das durchs Fenster fällt.

Die ersten Bilder von der erdabgewandten Seite lieferte 1959 die sowjetische Sonde Lunik 3. Die Astronauten von Apollo 8 konnten die »Rückseite« 1968 als erste Menschen mit bloßem Auge sehen.

»The Dark Side of the Moon«, Titel eines der meistverkauften Alben aller Zeiten, geht übrigens ursprünglich nicht auf die Musiker von Pink Floyd zurück. Quelle ist eine Metapher des amerikanischen Schriftstellers Mark Twain (1835-1910): »Jeder ist ein Mond und hat eine dunkle Seite, die er niemandem zeigt.« Ihm ging es dabei um die verschiedenen Facetten eines Charakters - und nicht um Astronomie.

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