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Verbandsliga: Siebenmeter-Killer und Matchwinner

Niclas Lohan überragt bei Betzinger Triumph und Kai Kussmann kehrt zurück. SG Ober-/Unterhausen stößt den Bock um. Pfullinger erleben Pleite.

Einmal mehr eine Klasse für sich: Betzingens Torwart Niclas Lohan. FOTO: BAUR
Einmal mehr eine Klasse für sich: Betzingens Torwart Niclas Lohan. FOTO: BAUR
Einmal mehr eine Klasse für sich: Betzingens Torwart Niclas Lohan. FOTO: BAUR

REUTLINGEN. Dass Niclas Lohan zu den Besten seines Fachs zählt, ist weithin bekannt. Jetzt hat sich der Betzinger Handball-Torwart auch als Siebenmeter-Killer einen Namen gemacht. Beim glanzvollen 35:27 (16:13)-Triumph im Verbandsliga-Duell (Staffel 3) gegen den Tabellenzweiten TSV Deizisau wehrte der Betzinger »Hexer« gleich fünf Strafwürfe ab und avancierte mit weiteren wichtigen Paraden zum Matchwinner. Vier Deizisauer versuchten sich von der Siebenmeterlinie. Bei elf Anläufen landeten lediglich vier Bälle im Netz. Einige Male warfen die Kandidaten das harzfreie Leder auch weit am Tor vorbei.

Die Betzinger zeigten eine Woche nach der höchsten Saisonniederlage (21:34) in Herbrechtingen-Bolheim eine überzeugende Reaktion. Vor rund 300 Zuschauern präsentierte sich das Team vor allem defensiv deutlich stabiler und fand auch im Tempospiel zu alter Stärke zurück. Nach Rückstand gelangen Blau-Weiß mit Ballgewinnen und variabel ausgespielten Angriffen immer wieder Lösungen gegen die offensive Gäste-Deckung und drehte die Partie zur 16:13-Pausenführung.

Nach dem Seitenwechsel zeigten die Betzinger dann ihre beste Phase. Angeführt von einer aufmerksamen Defensive und dem überragenden Lohan baute der Verbandsliga-Aufsteiger den Vorsprung kontinuierlich aus. Besonders wirksam erwies sich auch das aufmerksame Verhalten gegen sieben Feldspieler. Co-Trainer Chris Kern lobte das Auftreten seines Team: »Das war die richtige Reaktion auf die Niederlage zuletzt. Wir standen sehr stabil in der Abwehr, hatten ein gutes Umschaltspiel und haben als Mannschaft geschlossen gearbeitet. Genau so müssen wir auftreten.«

Nach vier Niederlagen in Folge hat die SG Ober-/Unterhausen den Bock umgestoßen und besiegte den TV Gerhausen verdient mit 37:28 (19:12). Alle eingesetzten Feldspieler trugen sich dabei in die Torschützenliste ein. Nach ausgeglichener Anfangsphase (6:6) und einer Auszeit von Trainer Tobias Wild zogen die Lichtensteiner mit einem 4:0-Lauf davon. Die SG stellte in dieser Phase ein Bollwerk in der Abwehr und kam durch tolle Paraden von Julian Maier zu schnellen Kontern. Anders als in den Spielen davor, strahlte die Mannschaft mehr Sicherheit in den Abschlüssen aus und stellte eine agile Abwehr auf die Platte.

Comeback von Erik Flammer

Linus Oeding eröffnete nach dem 12:8 den nächsten Lauf. Innerhalb zwei Minuten erzielte die SG fünf unbeantwortete Tore (24.). Nach der Halbzeitpause verschlief das Team den Start und ließ die Gäste nochmal auf drei Tore rankommen (23:20/42.). Nach kurzem Wachrütteln und wichtigen Paraden von Maier fing sich die SG jedoch wieder und zog erneut davon. Ein weiterer Lichtblick: das erfolgreiche Comeback des Langzeitverletzten Erik Flammer, der drei Siebenmeter souverän verwandelte.

VfL kommt nicht in die Gänge

Der VfL ist nach zwei Siegen auf die Nase gefallen. Die Pfullinger mussten überraschend beim Schlusslicht TSV Bad Saulgau eine herbe 28:31 (14:15)-Pleite einstecken. Das Team von Trainer Florian Möck kam nicht wie gewünscht in die Gänge und lief von Anfang an einem Rückstand hinterher. Nach dem Seitenwechsel gerieten die Gäste sogar mit fünf Toren ins Hintertreffen (21:26/50.). Der VfL kam zwar noch einmal bis auf zwei Tore heran, mehr ließen die Einheimischen aber nicht mehr zu.

Mössinger bestätigen gute Form

Die Spvgg Mössingen (Staffel 2) hat ihre gute Form eindrucksvoll bestätigt und den HB Ludwigsburg vor gut 250 Fans mit 38:31 (20:15) ohne erkrankten Kapitän Lukas Sulz besiegt. »Ludwigsburg hat zuletzt 15:1 Punkte eingefahren. Meine Mannschaft hat von der ersten bis zur letzten Minute konzentriert gearbeitet. Unsere Abwehr stand stabil und im Angriff haben wir unsere Chancen mit hoher Quote genutzt. So können wir mit einem guten Gefühl in die Weihnachtspause gehen«, strahlte Trainer Michael Tröster. Geehrt und verabschiedet haben die Steinlachtäler Kai Kussmann, der in der Feiertagspause zu seinem Heimatklub TSV Betzingen zurückkehren wird. Kussmann war zentraler Bestandteil der Mössinger Aufstiegsmannschaft. Sein Bruder Til traf in der Partie neun Mal. (GEA)