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VfB Stuttgart gibt Zwei-Tore-Führung her: 2:2 gegen Hertha BSC

Nur ein Punkt statt geplanter drei: Der VfB Stuttgart gibt gegen Hertha BSC einen Zwei-Tore-Vorsprung aus der Hand und muss sich mit einem 2:0 (2:1) begnügen. Auf überschaubarem Niveau kämpften zwei Mannschaften gegen den Abstieg.

Florian Müller im Luftzweikampf mit Niklas Stark
Stuttgarts Torwart Florian Müller und Herthas Niklas Stark (links) kämpfen um den Ball. Foto: Tom Weller/dpa
Stuttgarts Torwart Florian Müller und Herthas Niklas Stark (links) kämpfen um den Ball. Foto: Tom Weller/dpa

STUTTGART. Der Bus der Hertha war ganz früh da – und der neue Trainer Tayfun Korkut war der Erste auf dem Rasen der Mercedes Benz-Arena. Er konnte es kaum erwarten, nach drei Jahren ohne Job endlich ausgerechnet wieder in dem Stadionrund zu sein, in dem er einst erfolgreich arbeitete. Die Begrüßung in Stuttgart war entsprechend freundschaftlich, nach 90 Minuten blieb es bei dem von Hertha-Sportdirektor Fredi Bobic und seiner Neuverpflichtung erhofften Neustart bei einem leistungsgerechten 2:2 (1:2). Für den VfB Stuttgart erzielten Omar Marmoush in der 15. Minute und Philipp Förster vier Minuten später die Treffer, die Gegentore markierte Stevan Jovetic in der 40. und der 76. Minute.

Stuttgarts Cheftrainer Pellegrino Matarazzo wollte der Tatsache, dass Hertha den Trainer gewechselt hat, keine übergroße Bedeutung zumessen. Sind es doch nicht mehr als die normalen Bedingungen eines in jeder Hinsicht überhitzten Geschäfts. Dass die Begegnung zudem nur vor 395 Zuschauern stattfand, nahm die Emotionalität ohnehin aus dem Spiel. Was nichts daran änderte, auch dieser Begegnung wieder richtungsweisende Bedeutung zuzumessen. Das Spiel zweier Traditionsvereine der Liga, bei denen die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit in der jüngeren Vergangenheit erneut besonders deutlich geworden ist. Die Auswirkungen der Pandemie haben beide Clubs besonders hart getroffen – und das Ende dieser Belastung ist keineswegs in Sicht.

VfB Stuttgart - Hertha BSC
Herthas Stevan Jovetic (Mitte) bejubelt sein zweites Tor gegen den VfB Stuttgart. Foto: Tom Weller/dpa
Herthas Stevan Jovetic (Mitte) bejubelt sein zweites Tor gegen den VfB Stuttgart. Foto: Tom Weller/dpa

Waldemar Anton blieb auch gegen Hertha vor Torwart Florian Müller Chef der Defensive, neben ihm wie zuletzt Hiroki Ito und Konstantinos Mavropanos. Orel Mangala spielte im Mittelfeld neben Kapitän Wataru Endo, auf den Außenbahnen Borna Sosa und Roberto Massimo. Offensiv spielte Philipp Förster hinter der ersten Linie mit Hamadi Al Ghaddioui und Omar Marmoush.

Das Spiel begann ausgeglichen, die erste Chance gehörte Hertha BSC, der Schuss von Ishak Belfodil fand in der 5. Minute aber seinen Meister in Florian Müller. Danach übernahm der VfB die Regie – und schnell offenbarten sich eklatante Schwächen in der Berliner Abwehr. Nach einem wunderbaren Pass in die Schnittstelle von Waldemar Anton zog Marmoush auf und davon und verwandelte in der 15. Minute unhaltbar für Alexander Schwolow zum 1:0. Nur vier Minuten später lief Philipp Förster unbedrängt in die Berliner Hälfte. Als an der Strafraumgrenze immer noch kein Berliner angriff, nutzte Förster die Chance und traf zum 2:0, nach 60 Metern ohne jede Gegenwehr.

Vor allem der Ex-Stuttgarter Santiago Ascacibar, von Korkut erneut berücksichtigt, fiel im Berliner Mittelfeld zunächst vorwiegend durch Fehlpässe auf, die Hertha-Innenverteidigung mit Jordan Torunarigha und Anga Boyata verdiente diese Bezeichnung im ersten Durchgang nicht. Die Stuttgarter Angreifer wirkten wesentlich aufgeweckter, handlungssicherer – und vor allem schneller. Als Belfodil in der 33. Minute vollkommen überraschend zum 1:2 traf, meldete sich der der Keller in Köln und Schiedsrichter Benjamin Brand nahm den Treffer nach Videobeweis wegen Abseitsstellung zurück.

Hertha versuchte aber jetzt mitzuspielen und tauchte vermehrt im Stuttgarter Strafraum auf. Wenig überraschend, dass es nur noch ein paar Minuten dauerte, ehe der Anschlusstreffer fiel – ähnlich wie der zweite der Stuttgarter. Stevan Jovetic zog mit dem Ball Richtung Zentrum – und als niemand angriff, zog er unhaltbar ab, 1:2 in der 40. Minute. Nur eine Minute später hatte Vladimir Darida die nächste Chance, aber Müller ließ sich nicht überraschen.

Im zweiten Durchgang kam Alexis Tibidi für den angeschlagenen Roberto Massimo. Ohne Auswirkungen auf eine Begegnung zweier Teams, die gegen den Abstieg kämpfen. Für Betrieb im Stuttgarter Angriff sorgte allein Marmoush, die Berliner versuchten, angetrieben von Tayfun Korkut, mehr Druck zu erzeugen, allein, auch ihnen fehlten in der Offensive die spielerischen Mittel. Und dann kam Silas für Al Ghaddioui, ein weiteres Tor von Marmoush wurde wegen Abseitsstellung zurecht nicht anerkannt, Korkut brachte noch Altstar Kevin Prince Boateng und Niklas Stark, Müller parierte einen Klasse-Freistoß von Jovetic in der 74. Minute, zwei Minuten später sorgte Jovetic mit seinem zweiten Tor für den Ausgleich – und das Spiel plätscherte seinem Ende entgegen. Nach 90 Minuten hatte der VfB nach 14 Spieltagen nur einen Punkt mehr auf dem Konto. Eigentlich zu wenig gegen den Abstieg. (GEA)