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Rekordmann Kalajdzic lässt VfB Stuttgart von Europa träumen

Als Aufsteiger in den Europacup? Die Chance ist da für den VfB, zumal Rekordmann Kalajdzic weiter munter trifft. Nach dem Sieg gegen Hoffenheim sind es nur noch vier Zähler bis Platz sechs.

VfB Stuttgart - TSG 1899 Hoffenheim
Sasa Kalajdzic (r) konnte erneut für den VfB treffen. Foto: Tom Weller/dpa
Sasa Kalajdzic (r) konnte erneut für den VfB treffen. Foto: Tom Weller/dpa

STUTTGART. Als die Hausmeister der Wahllokale in Baden-Württemberg die Türen zumachen, beginnt der VfB Stuttgart mit der Arbeit. Und als die politischen Kräfte des Landes schon längst über Koalitionen diskutieren und Schiedsrichter Christian Dingert das Spiel in der Mercedes-Benz-Arena abpfeift, hat der VfB Stuttgart gegen die TSG 1899 Hoffenheim mit 2:0 (1:0) gewonnen und nimmt als Bundesligaaufsteiger Kurs auf Europa. Die Stuttgarter Führung resultierte aus einem Eigentor von Adams in der 15. Minute, Sasa Kalajdzic erhöhte auf 2:0 in der 64. Minute.

Von Europa will Trainer Pellegrino Matarazzo absolut nichts wissen. »Unser Ziel ist, Spiele zu gewinnen. Und wenn sich fünf Spieltage vor Saisonende irgendwelche Chancen auftun, werde ich vielleicht etwas sagen. Momentan gibt es keinen Grund, irgendetwas am Saisonziel Klassenerhalt zu ändern«, sagte der Cheftrainer der Stuttgarter. Keine Widerrede.

Zitat: »Das ist unser Corona-Typ, er  hat mir oft geholfen, das ist das Mindeste, was ich zurückgeben kann«

»Das primäre Ziel, so weit wie möglich vor den Abstiegsrängen zu stehen, haben wir geschafft«, sagte Kapitän Gonzalo Castro und blickte auf Platz sechs: »Wir wollen das Maximale herausholen. Wenn wir am Ende da oben stehen, werden wir uns freuen.«

Gegen Hoffenheim blieb Matarazzo beim bewährten Personal. Die Abwehr mit Konstantinos Mavropanos, Waldemar Anton und Marc Oliver Kempf ist ohnehin eine Konstante vor Torwart Gregor Kobel. Orel Mangala und Wataru Endo ist ebenfalls eine bewährte Kombination im Mittelfeld. Die Außenpositionen werden inzwischen stets von Borna Sosa und Silas Wamangituka besetzt, und solange der Argentinier Nicolas Gonzalez noch nicht wieder ins Mannschaftstraining zurückgekehrt ist, ist der Österreicher Sasa Kalajdzic in der Sturmmitte gesetzt. Hinter Kalajdzic präsentierte Matarazzo Kapitän Gonzalo Castro für Tanguy Coulibaly und überraschend erneut Philipp Förster.

Die erste Chance des Spieles hatte Sebastian Rudy in der 4. Minute, sein Distanzschuss verfehlte aber sein Ziel. Der VfB machte das Spiel, beim Führungstor attestierten aber die Hoffenheimer. Nach einem Pass von Mavropanos ging Wamangitika auf und davon, flankte nach innen, Kalajdzic verfehlte den Ball knapp, für den Österreicher drückte aber Adams den Ball über die Linie. Fünf Minuten später die nächste Chance durch Castro, seinen präzisen Schuss konnte Torwart Oliver Baumann aber mit den Fäusten abwehren.

Die größte Gefahr für 1899 ging von der rechten Angriffsseite der Stuttgarter aus, Kapitän Castro machte viel Druck, immer wieder setzte er seine Mitspieler geschickt ein, Hoffenheim konnte sich nur langsam von dem Dauerdruck des VfB befreien. Erst in der 30. Minute der erste Schuss von Andrej Kramaric, der Kobel aber vor keine unlösbaren Probleme stellte. Der VfB machte weiter Druck über die rechte Seite, immer wieder musste Florian Grillitsch seine Nebenleute aus bedrängten Situationen befreien, insbesondere Christophe Richards, der seine liebe Mühe mit Wamangituka hatte. Aber Hoffenheim spielte jetzt mit, das Spiel verlief ausgeglichener. In der 39. Minute muss Kramaric den Ausgleich erzielen, als er völlig frei vor Kobel nach einer großartigen Flanke von Pavel Kaderabek zum Kopfball kommt, den Ball aber genau auf den Stuttgarter Torwart platziert. In der Stuttgarter Abwehr häufen sich jetzt die Fehler, Ryan Sessegnon scheitert nur knapp (43.), Orel Mangala muss verletzt aus dem Spiel, Matarazzo bringt kurz vor der Halbzeit Naouirou Ahamada.

Im zweiten Durchgang verläuft das Spiel ausgeglichen. Die Stuttgarter kombinieren sicher bis an den Strafraum, dort gibt es dann aber doch ein paar Ungenauigkeiten, der letzte Pass kommt oft nicht an. Auf der anderen Seite das gleiche Bild, gefällige Kombinationen ohne den entscheidenden Zug zum Tor. Kramaric versucht es immer wieder aus der Distanz, aber ohne das erhoffte Schussglück.

Und dann trifft Kalajdzic entscheidend zum 2:0 auf Vorarbeit erneut von Wamangituka, achtes Tor im siebten Spiel hintereinander, Rekord von Fredi Bobic aus dem Jahre 1996 eingestellt. Erst umarmte der Torjäger den Trainer, dann stürmte er auf die leere Tribüne. Dort verschenkte er sein Trikot an einen Mitarbeiter. »Das ist unser Corona-Typ, er macht unsere Tests. Er hat mir so oft geholfen, das ist das Mindeste, was ich zurückgeben kann.« (GEA)