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Geigers Podium macht Adlern große Hoffnung

Endlich hat es auch in der Heimat geklappt! Karl Geiger erfreut sich an seinem Podestplatz in Oberstdorf. Der starke Start macht Hoffnung für die nächsten Stationen, doch zunächst zählt ein bisschen Ruhe.

Geiger und Kobayashi
Die Überflieger des Tournee-Auftakts: Karl Geiger (l) und Ryoyu Kobayashi. Foto: Daniel Karmann/dpa
Die Überflieger des Tournee-Auftakts: Karl Geiger (l) und Ryoyu Kobayashi. Foto: Daniel Karmann/dpa

OBERSTDORF. Bei seiner Ankunft im »Oberstdorf Haus« brandete ganz spontan noch einmal Applaus für den Jungen aus dem eigenen Dorf auf.

Lokalmatador Karl Geiger hat seine Schwierigkeiten auf dem Schattenberg endgültig hinter sich gelassen und den deutschen Skispringern den erhofften Top-Start in die 68. Vierschanzentournee beschert.

»Das war schon wirklich besonders. Die Sprünge waren gut und das Publikum war der absolute Hammer. Das wird mir im Gedächtnis bleiben«, sagte der 26-Jährige, der sich nach Sprüngen auf 135 und 134 Meter nur dem japanischen Überflieger Ryoyu Kobayashi (138 und 135 Meter) geschlagen geben musste.

Für den Deutschen Skiverband (DSV) geht damit eine bemerkenswerte Serie weiter. Im Dezember 2017 hatte sich Richard Freitag Rang zwei in Oberstdorf gesichert und nur gegen den späteren Vierfachsieger Kamil Stoch verloren - genauso passierte es ein Jahr später mit Markus Eisenbichler, der nur hinter Grand-Slam-Sieger Kobayashi landete. Den nächsten Vierfachsieg will das deutsche Team diesmal verhindern. »Mit Kobayashi müssen wir leben, aber ich denke, auch er ist nicht unschlagbar«, sagte Bundestrainer Stefan Horngacher.

Der dreimalige Seefeld-Weltmeister Eisenbichler (11.), Pius Paschke (12.) und Stephan Leyhe (13.) haben zwar auch ordentliche Resultate eingefahren, die Hoffnungen auf den ersten deutschen Gesamtsieg seit Sven Hannawald 2002 ruhen nichtsdestotrotz komplett auf Geiger. »Ich bin schon ein bisschen aufgewühlt«, sagte der 26 Jahre alte Allgäuer, nachdem er den Silberpokal von seiner Schwester Lucia auf dem Podium überreicht bekommen hatte. Rang drei hatte etwas überraschend der Pole Dawid Kubacki belegt.

Jetzt also die deutsche Trainingsschanze Garmisch-Partenkirchen an Neujahr (14.00 Uhr/ZDF und Eurosport) und die WM-Anlage von Innsbruck drei weitere Tage später. »Ich denke, da gibt es keine Schanzenprobleme bei Karl«, fügte Horngacher an. Zumindest am Tiroler Bergisel ist das bewiesen: Geiger hatte vor gut zehn Monaten auf der Anlage WM-Silber hinter seinem Zimmerkollegen Eisenbichler gewonnen.

9,2 Punkte fehlten dem »Karle« am Sonntag auf seiner Heimschanze auf Kobayashi, der mit dem fünften gewonnenen Tournee-Springen in Serie einen Rekord einstellte. »Das ist beeindruckend. Seine Sprünge waren erste Sahne, waren brutales Niveau. Aber auch er zaubert nicht«, erklärte Geiger. Umgerechnet fehlen etwa fünf Meter - und es sind noch sechs Sprünge beim Traditionsevent zu absolvieren. (dpa)