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Aktuell Tus Metzingen

Starkes Debüt von Harsfalvi

Fuhr-Team mit ungefährdetem Auftaktsieg. Teilweise sehr sehenswerte Treffer

Julia Harsfalvi (links) hatte eine makellose Abschlussquote und kam auf fünf Treffer. Rechts Neckarsulm Nele Reimer. FOTOS: EIBN
Julia Harsfalvi (links) hatte eine makellose Abschlussquote und kam auf fünf Treffer. Rechts Neckarsulm Nele Reimer. FOTOS: EIBNER Foto: EIBNER/Tobias Baur
Julia Harsfalvi (links) hatte eine makellose Abschlussquote und kam auf fünf Treffer. Rechts Neckarsulm Nele Reimer. FOTOS: EIBNER
Foto: EIBNER/Tobias Baur

NECKARSULM. Phasenweise spielten die Metzinger Bundesliga-Handballerinnen sehr sehenswert auf, nur die Chancenverwertung war ein Manko: Bei der Neckarsulmer Sportunion startete die TuS mit einem ungefährdeten 30:24 (15:10)-Derby-Sieg in die Saison. »In der ersten Halbzeit haben wir eine gute spielerische Leistung gezeigt mit einem hohen Tempo und einer Unmenge von Chancen. In der zweiten Halbzeit war dann zuviel Stückwerk«, urteilte der neue Trainer André Fuhr, der damit einen gelungenen Einstand als TuS-Coach feierte.

Im ersten Spiel sei immer viel Anspannung und Nervosität mit dabei, sagte Isabell Roch. »Das haben wir gut hinter uns gebracht«, urteilte die Torhüterin, die in der Ballei-Halle auf zwölf Paraden kam. Den ersten Metzinger Treffer der neuen Spielzeit markierte Marija Obradovic zum 1:1. Die energische und sehr bewegliche Abwehrarbeit des jungen Teams sorgte dafür, dass Neckarsulm zahlreiche Ballverluste unterliefen. Das nutzte die TuS eiskalt aus. Eine sehr gute Konter-Quote sorgte dafür, dass die Gäste vor 718 Zuschauern in drei Minuten von 3:3 auf 7:3 davonzogen (10.).

»Julia hat ihre gute Vorbereitung bestätigt und war sehr torgefährlich«

Spielerisch waren bereits einige Highlights darunter. Etwa der Treffer zum 5:3, als der Ball bei der zweiten Welle wie aus einem Guss über vier Stationen zu Marlene Zapf kombiniert wurde, die erfolgreich abschloss. Beim 7:3 passte Delaila Amega den Ball per Aufsetzer durch die Beine (!) der Gegenspielerin zu Julia Behnke am Kreis, die vollendete. Fuhr: »Das konnte sich sehen lassen.«

Metzingen verpasste dann allerdings bei Überzahl die Gelegenheit, noch weiter davonzuziehen. Nicht nur in dieser Phase scheiterten die Pink Ladies immer wieder mit »Freien« an Neckarsulms herausragender Torhüterin Nicole Roth, die insgesamt 17 TuS-Chancen vereitelte. NSU-Coach Pascal Morgant bescheinigte der Ex-Bietigheimerin eine »sensationelle Leistung«. Weil auch ein paar Würfe das Ziel verfehlten, standen zur Halbzeit bereits 14 ausgelassene Möglichkeiten bei den Metzingerinnen zu Buche.

So kam Neckarsulm bis auf einen Treffer heran (7:6), auch weil bei der TuS in Überzahl »immer eine Spielerin nicht aufgepasst hat«, wie Fuhr kritisierte. Ein Zwischenspurt kurz vor der Pause sorgte dann für einen Fünf-Tore-Vorsprung.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit bot Fuhr erneut seine Startformation auf. Neben Roch waren dies Behnke, Marlene Zapf, die am Samstag mit zehn Treffern erfolgreichste Metzingerin war, Amega, Monika Kobylinska, Obradovic und Linksaußen Julia Harsfalvi, die durchspielte – nicht ohne Grund. Die Ungarin zeigte ein starkes Debüt im Metzinger Dress. Aus fünf Chancen machte die 21-Jährige fünf Tore, sie traf im Gegenstoß ebenso wie aus dem Positionsspiel. »Julia hat ihre gute Vorbereitung bestätigt und war sehr torgefährlich«, lobte Fuhr. Mannschaftsführerin Behnke ergänzte: »Sie hat bestätigt, dass sie wichtig für uns ist.« Harsfalvi selbst sagte, sie habe sich richtig gut gefühlt: »Ich will immer das Maximum, in Abwehr und Angriff, und meine Chancen nutzen«.

Über 20:13 (39.) und 27:19 (50.) steuerten Behnke & Co. dem ungefährdeten Sieg entgegen. Dass die Abwehr Neckarsulms Rückraumspielerinnen Irene Espinolla Perez (8 Tore) und Nele Reimer (7/1) nicht in den Griff bekam, spielte letztlich keine Rolle. Auch nach Einwechslungen dominierten die Gäste weiter, wenngleich die Defensiv-Arbeit in der zweiten Halbzeit etwas nachließ. »Wir sind noch am Anfang unseres Weges. Wir haben nicht die Stabilität und werden das noch öfter erleben«, lautete Fuhrs Fazit. Er wolle nicht immer kritisieren. »Aber ich werde öfter mal Wasser in den Wein gießen, weil wir uns steigern müssen, um gegen Spitzenteams bestehen zu können.« Als nächstes ist die TuS im EHF-Cup am Freitag und Samstag (jeweils 20 Uhr, Öschhalle) gegen Grude gefordert. (GEA)